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Radebeul

Feier ohne die Hauptpersonen

In Boxdorf wurde der Grundstein für das neue Kinderhaus gelegt. Der Bau kommt gut voran. Mit den erfolgten Vergaben steigen aber auch die Kosten.

Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) gräbt die mit verschiedenen Zeitzeugnissen gefüllte Kapsel in die Bodenplatte des neuen Kinderhauses Kleeblatt ein.
Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) gräbt die mit verschiedenen Zeitzeugnissen gefüllte Kapsel in die Bodenplatte des neuen Kinderhauses Kleeblatt ein. © Norbert Millauer

Moritzburg. Für Corona-Zeiten tummelten sich am Donnerstagnachmittag ungewöhnlich viele Menschen auf der Baustelle des neuen Kinderhauses Kleeblatt in Boxdorf. Die Gemeinde Moritzburg und die Awo Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH als Träger und Bauherr hatten zur Grundsteinlegung eingeladen.

Neben den Bauleuten, die ihre Arbeit am Rohbau für die kurze Feier unterbrachen, waren auch Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erschienen, zu deren Landtagswahlkreis Moritzburg gehört. Dazu noch Gemeinderäte, Awo-Mitarbeiter und interessierte Bürger. Nur die Hauptpersonen, die Kinder der bereits bestehenden Kleeblatt-Kita gleich nebenan, durften wegen der Corona-Regeln nicht mit dabei sein. 

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In den vergangenen Wochen hatten aber zumindest einige von ihnen, die im Rahmen der Notbetreuung die Einrichtung weiter besuchten, das Entstehen des neuen Hauses beobachten können.

Und getan hat sich seit dem ersten Baggerhub am 20. Januar einiges. Bei den Aushubarbeiten für die Baugrube - das neue Domizil der Kinder wird in den Hang hineingebaut - wurden rund 7.200 Kubikmeter Erdreich bewegt. Davon etwa 200 Kubikmeter Fels, der zum Teil noch auf der Baustelle liegt, weil er verwendet werden soll, wie Architekt Stefan Wolff sagt.

Es folgten die Tiefbauarbeiten mit dem Einbau der Grundleitungen, auch der Kran wurde gestellt. Inzwischen hat der Rohbau begonnen. Ein Teil der 1.270 Quadratmeter großen Bodenplatte ist betoniert.

Bisher verliefen die Arbeiten planmäßig, unfall- und coronafrei. Nach der Grundsteinlegung werden die weiteren Stahlbeton- und Mauerwerksarbeiten ausgeführt. Da die Kita ab Montag wieder für alle Kinder offen ist, werden dann sicher alle Mädchen und Jungen das Geschehen vom Bauzaun her mitverfolgen, um zu sehen, wie das neue Haus wächst.

Der symbolische Grundstein wurde im Bereich des zukünftigen Haupteingangs gelegt. Die Zeitkapsel, ein preiswertes Kunststoffrohr mit Verschlüssen, das die Kinder aber liebevoll gestaltet hatten, wurde mit Zeitzeugnissen gefüllt: Zeichnungen des Architekturbüros see architekten, einer Awo-Zeitschrift, dem Gemeindeblatt, Tageszeitungen und Münzen. Natürlich durfte auch die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung des Freistaats nicht fehlen. Die Kinder hatten zudem ein großes Bild gezeichnet, wie sie sich ihr Haus vorstellen.

Auch dieses von den Kindern der bestehenden Kita gemalte Wunschbild ihres neuen Domizils, das der Leiter der Einrichtung Markus Kusche zeigt, ist in der Zeitkapsel.
Auch dieses von den Kindern der bestehenden Kita gemalte Wunschbild ihres neuen Domizils, das der Leiter der Einrichtung Markus Kusche zeigt, ist in der Zeitkapsel. © Norbert Millauer

Das wird 186 Plätze bieten, davon 60 für Krippenkinder und 126 für Kindergarten-kinder. Somit werden zusätzlich 17 Krippen- und 16 Kindergartenplätze neu geschaffen, davon zwei integrative. An der Investition beteiligen sich der Bund, der Landkreis Meißen, die Gemeinde Moritzburg sowie die Awo. Geplant sind Gesamtkosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

Dass es bei diesen bleibt, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn wie die SZ auf Nachfrage erfuhr, liegen die bisher vergebenen Bauleistungen laut dem Architekten im Durchschnitt 30 Prozent über den Kostenberechnungen. Auch beim Rohbau, der die größte Position des Vorhabens ausmacht. 

Die Awo als Bauherr und Träger übernehmen einen festgeschriebenen Betrag der Baukosten - 524.000 Euro. Auch die Fördersumme ist nach dem jetzigen Stand unabhängig von den tatsächlichen Baukosten fest. Die Mehrkosten hätte damit die Gemeinde allein zu tragen.

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