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Feldbahner rüsten auf

Der Verein in der Herrenleite hat sich die 110. Lok angeschafft. Für deren Einsatz muss ihre Spurweite verändert werden.

Von Heike Wendt

Für die Pfingstausstellung im Feldbahnmuseum Herrenleite bei Lohmen von Sonnabend bis Montag ist ein umfangreiches Programm vorbereitet. Eingeweiht und erstmals öffentlich genutzt wird der neue Vortragsraum im ehemaligen Heizhaus des Mineralölwerkes. Zahllose Wochenendeinsätze waren nötig, um dem Raum das geeignete Aussehen zu verpassen. In ihm finden 50 Gäste Platz. Thematisch ist er der Trümmerbahn Dresden und der Seilfördertechnik gewidmet.

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Erst im Mai konnten die Feldbahner einen für die Sammlung wichtigen Lok-Neuzugang organisieren. Es ist eine Diesellok vom Typ BN 30 U aus tschechischer Produktion. „Dieser Loktyp wurde Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre in die DDR importiert und war bisher in unserer Sammlung noch nicht vertreten“, sagt Michael Lenk vom Feldbahnverein. Über ihr Vorleben konnte der Verein ziemlich viel herausfinden. Die Lok kam nur wenige Jahre bei den Ziegelwerken in Zehdenick zum Einsatz. Sie war für die dortigen Bedingungen mit ihren 30 PS als zu leistungsschwach eingestuft worden. In den 1970er-Jahren verkaufte die Ziegelei die Lok an einen Privatmann nach Ladeburg bei Bernau. Der baute die Maschine äußerlich um. Zudem verlegte er auf seinem Privatgrundstück eine rund 200 Meter lange Gleisanlage, auf der die Lok sporadisch als Gartenbahn mit selbst gebauten Personenwagen fuhr. Lok und Gleise haben mit 630 Millimetern die gleiche Spurweite wie die Zehdenicker Ziegeleien. Für den Einsatz in der Herrenleite muss die Maschine auf 600 Millimeter umgespurt werden. Als Besonderheit unter den mitgekauften Gleisen ist eine originale Heeresfeldbahnweiche aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, die sich trotz erfolgter späterer Umspurung von 600 mm auf 630 mm in einem erstaunlich guten Zustand befindet.

Die Lok ist mit ihrem Originalmotor einsatzfähig. „Aber die zahlreichen Umbauten haben die Lok gegenüber dem Lieferzustand dieses Typs stark verändert“, sagt Michael Lenk. Ob die Maschine wieder in den Originalzustand zurückversetzt werden soll oder der derzeitige solide Zustand erhalten wird, das will der Verein in den nächsten Wochen klären. Die meiste Zeit wurde sie als Gartenbahn genutzt und könnte demzufolge auch als ein dafür typischer Vertreter dokumentiert werden. Mit dem Kauf der BN 30 U ist die Sammlung des Vereins auf nunmehr 110 Lokomotiven angewachsen.

Seit 2001 bauen die Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit das Feldbahnmuseum in der Herrenleite auf. Der Fahrzeugbestand ist in den letzten 36 Jahren auf 110 Lokomotiven und über 400 Feldbahnwagen gewachsen. Zahlreiche Zeugnisse der Feldbahntechnologie konnten gerettet werden und sollen ins Museumskonzept integriert werden. Auch an der künftigen Lorenschmiede sind die Baufortschritte deutlich sichtbar. Fundamente für die Maschinen sind gesetzt, die ersten Wandflächen wurden nach alter Technologie verputzt.

Feldbahntage, Pfingstsonnabend bis Pfingstmontag,

jeweils 10 bis 18 Uhr, kostenloser Pendelbus ab Kauflandparkplatz, jeweils 15 Uhr moderierte Fahrzeugparade,

Führungen an allen drei Tagen 11, 13.30 und 16 Uhr.