SZ +
Merken

Feldschlößchen muss wieder in den Container

Ende Mai wird in dem Ort ein provisorisches Wahllokal eröffnet. Die Suche nach Räumen verlief ergebnislos.

Teilen
Folgen

Von Thomas Drendel

In einigen Wochen ist es wieder so weit. Dann kommt in Feldschlößchen ein Schwertransporter angefahren und ein Kran, und dann werden mehrere Container abgeladen. Sie sehen nicht besonders einladend aus, sind dazu noch recht teuer und müssen trotzdem sein. Denn sie sind für die Einwohner von Feldschlößchen die einzige Möglichkeit, die Abgeordneten für den Wachauer Gemeinderat zu wählen, für den Ortschaftsrat, den Kreistag sowie das Europaparlament. Ausgenommen natürlich die Briefwahl. Im September vergangenen Jahres standen die grauen Stahlhäuschen zum ersten Mal in dem Ort. „In Feldschlößchen gibt es keinen geeigneten Raum für die Wahl. Wir haben auch in den vergangenen Monaten nach einer anderen Lösung gesucht, jedoch nichts gefunden“, sagt die Wachauer Hauptamtsleiterin Corina Krause. Es sei auch darüber nachgedacht worden, einen Raum anzumieten, doch dem hat die Genehmigungsbehörde nicht zugestimmt. „Die Wahlen dürfen nicht beeinträchtigt werden. Da gelten Vorschriften, beispielsweise was die Raumgröße angeht. Die müssen wir einhalten“, sagt sie. Für die Gemeinde sind die Container nicht ganz billig. Im vergangenen Jahr zahlte Wachau 5000 Euro. Das sind bei rund 500 wahlberechtigten Einwohnern zehn Euro pro Kopf. „Ja, diese Summe haben wir in der Gemeindekasse bereitgelegt“, sagte der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Im vergangenen Jahr gab es den Vorschlag, die Container einfach wegzulassen und die Einwohner von Feldschlößchen mit in Wachau wählen zu lassen. Doch das lehnte die Gemeinde ab. „Diese Variante hatten wir bereits vor einigen Jahren. Damals lag das Wahllokal in der Wachauer Schule. Wegen des langen Weges sind etliche Einwohner von Feldschlößchen zu Hause geblieben und haben ihre Stimme nicht abgegeben. Das soll nicht wieder passieren“, sagte der Bürgermeister.

In diesem Jahr muss die Gemeinde die Summe gleich zweimal überweisen. Denn bekanntlich finden ja am Sonntag, dem 25. Mai, Kommunalwahlen statt und am Sonntag, dem 31. August, wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt.