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Fellknäuel mit Ausbrecher-Gen

Blind, ein paar Tage alt und schon ein Abenteurer: Im Zoo Liberec gibt es ein weißes Tigerbaby.

Von Katja Zimmermann

Liberec. Es ist noch blind, das kleine weiße Tigerbaby, das am 30. Mai um 6.15 Uhr das Licht der Welt erblickte. „Diesmal ist es nur ein Kätzchen“, bestätigte der Liberecer Zoosprecher Ivan Langr der neugierigen Öffentlichkeit. Damit habe es aber auch einen besseren Zugang zur Milchquelle der Mutter, die es bereits um 7.13 Uhr das erste Mal ansteuerte. Ob es sich um ein Mädchen oder um einen Jungen handelt, bleibt mindestens noch drei Wochen ein Geheimnis. Dann nämlich soll das Fellknäuel seine erste Impfung erhalten. Klar ist aber schon jetzt, dass das Großkatzenbaby ein richtiger kleiner Abenteurer ist: Schon etwa eineinhalb Stunden nach der Geburt brach es zu seinem ersten Ausflug auf: Es kullerte aus der Geburtsbox direkt in den großen Innenauslauf. Die sich von der Geburt erholende Tigermutter Surya Bára ließ es allerdings nur rund zwei Minuten gewähren, bevor sie es zurück in die Kinderstube bugsierte. Den kurzen Moment nutzten die Tierpfleger für ein paar Handy-Schnappschüsse vom neuen kuscheligen Star im Liberecer Zoo. Die folgenden Tage hat Surya Bára nicht mehr zugelassen, dass ihr Nachwuchs die Wurfbox verlässt. Tigermutter und -kind werden rund um die Uhr von Webkameras überwacht. Bilder daraus stellt der Zoo unter anderem auf seine Facebook-Seite. Der Raubtier-Pavillon ist laut Ivan Langr derzeit für die Besucher gesperrt. Frühestens Ende Juni/Anfang Juli soll er aber wieder zugänglich sein.

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Das Tigerbaby ist erst der dritte überlebende Nachwuchs im Liberecer Zoo bei dieser seltenen weißen Form der Indischen Tiger. 2002 waren aus der Verbindung Isabella–Sitar die Drillinge Achilles, Artemis und Afrodita hervorgegangen. Um die Aufzucht von ebenfalls drei Nachkommen im Herbst 2011 hatte sich Surya Bára leider nicht gekümmert. Ein gutes Dreivierteljahr später, am 1. Juli 2012, fand sie sich dann aber doch noch in ihrer Mutterrolle zurecht.

Die Drillinge Gaia, Sambur und Liam gehen mittlerweile ihren eigenen Weg. Liam wohnt seit Oktober 2013 im Zoo der litauischen Hafenstadt Klaipeda (Memel), seine Geschwister seit Januar dieses Jahres im Zoo Limpopo bei Lwiw (Lemberg) in der Ukraine. Der Vater dieser Drillinge und des jetzigen Nachwuchses, Tigermann Paris, hatte im November 2012 als Ausbrecherkönig grenzübergreifende Berühmtheit erlangt. Er verletzte zwei Pflegerinnen und einen Praktikanten, bis er auf dem Besuchergelände – zum Glück getrennt durch Panzerglas – mit den benachbarten Löwen einen Kampf austragen wollte. So abgelenkt, konnte er in den Schlaf geschossen und zurück in seinen Käfig gebracht werden. Sein wenige Tage alter Nachwuchs jedenfalls scheint sein Ausbrecher-Gen geerbt zu haben.

www.facebook.com/zooliberec