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Felssäule verliert ihren Kopf

Felssturz an einem beliebten Kletterfelsen in der Sächsischen Schweiz. Von dem herunter gebrochenen Brocken ist fast nichts mehr übrig.

Klimmerstein vorher: Ein markanter Felskopf ruht auf einer Säule.
Klimmerstein vorher: Ein markanter Felskopf ruht auf einer Säule. © Mike Jäger

Als Kletterer am Montagabend den Klimmerstein in der Sächsischen Schweiz ersteigen wollten, stutzten sie am Einstieg. Eine große Menge weißer Sand lag dort, wo eigentlich eine ausgewaschene Furche sein sollte. Frische Schleifspuren waren an der Felswand zu sehen. Ein paar Meter höher war der Grund klar: Der charakteristische Felskopf auf einer Säule des Klimmersteins fehlte. Der geschätzt knapp sechs Kubikmeter große Brocken ist in Tiefe gestürzt. 

Der Klimmerstein ist aufgrund einiger gut zu sichernder Wege ein beliebter Kletterfelsen im Schmilkaer Gebiet. Der jetzt fehlende Felskopf war etwa 2,50 Meter breit, 2,30 Meter hoch und einen Meter tief. So schildert es Gebietskenner Mike Jäger. Er hat den Felssturz zusammen mit Nationalparkwächter Andreas Knaak am Dienstag begutachtet. Im Wald unterhalb des Gipfels sind allerdings nur zwei, drei kleinere Sandsteinstücken zu finden. "Der Riesenblock hat sich komplett in weißen Ostseesand aufgelöst", sagt Jäger. Der Fels ist beim Aufprall einfach zerbröselt.  

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Was hat den Felssturz ausgelöst? Ein Blitzschlag könnte theoretisch die Ursache sein, doch das ist unwahrscheinlich, denn der Gipfel des Klimmersteins liegt noch höher. Auch Kletterer könnten den Felssturz ausgelöst haben, es sind jedoch keine Unfälle bekannt. Die Begutachtung hat ergeben, dass der Felskopf nur auf zwei kleinen Flächen auf der Säule auflag. Schon vorher konnte man unter ihm hindurchschauen. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass er einfach dem Wind nicht mehr standgehalten hat.  

Klimmerstein jetzt: Der Felskopf ist verschwunden. Er befand sich dort, wo die Kletterin steht.
Klimmerstein jetzt: Der Felskopf ist verschwunden. Er befand sich dort, wo die Kletterin steht. © Mike Jäger
Was vom dem Brocken übrig blieb: Weißer Sand bedeckt den Einstieg zu einem Kletterweg. Hier war vorher eine ausgewaschene Furche.
Was vom dem Brocken übrig blieb: Weißer Sand bedeckt den Einstieg zu einem Kletterweg. Hier war vorher eine ausgewaschene Furche. © Mike Jäger
Klimmerstein in der Komplettansicht: Hier ist der Felskopf in der Mitte noch da.
Klimmerstein in der Komplettansicht: Hier ist der Felskopf in der Mitte noch da. © Mike Jäger

Für Wanderer wird der Felssturz keine Folgen haben, erklärt Nationalparksprecher Hanspeter Mayr. Es führt kein Wanderweg unmittelbar am Klimmerstein vorbei. 

Ob es Veränderungen bei Kletterwegen gibt, entscheiden der Nationalpark und der Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) gemeinsam. Aktuell sieht es nicht danach aus. Der Gipfel des Klimmersteins liegt oberhalb des nun fehlenden Felskopfes, der Charakter der Wege hat sich nach erster Einschätzung nicht wesentlich verändert. 

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SBB-Geschäftsführer Christian Walter reagierte gelassen auf die Nachricht von dem Felssturz. "Das ist der Lauf der Dinge", sagte Walter. "Wir werden die Erosion nicht aufhalten." Die gesamte Sächsische Schweiz sei auf diese Art entstanden.  

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