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Feralpi will weiter Strom sparen

Bis 2020 soll der Verbrauch im Stahlwerk weiter sinken. Trotzdem appelliert der Leiter auch an die Bundespolitik.

Das Umspannwerk am Feralpi-Gelände in Riesa. Mehr als 500 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbraucht das Stahlwerk.
Das Umspannwerk am Feralpi-Gelände in Riesa. Mehr als 500 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbraucht das Stahlwerk. © Andreas Weihs

Riesa. Vertretbare Energiekosten sind für Stahlhersteller Feralpi eine Existenzgrundlage. Das hat Werksdirektor Frank Jürgen Schaefer bei einem Besuch des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, am Montag verdeutlicht. Das im Elektrostahlwerk eingesetzte Produktionsverfahren spare im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsprozessen mit Hochofen und Blasstahlwerk bis zu 75 Prozent Energie und erzeuge rund 20 Prozent weniger CO2. 

Damit diese Effekte auch weiter zum Tragen kommen können, sei insbesondere die Ausnahmeregelung, die den Stahlhersteller mit seiner energieintensiven Produktion weitgehend von der Zahlung der EEG-Umlage befreit, notwendig, erklärte Schaefer. Denn bei einem Bedarf von etwa 535 Millionen Kilowattstunden pro Jahr machten die Energiekosten in den beiden Riesaer Werken zusammen mit dem benötigten Erdgas 8,1 Prozent des Jahresumsatzes aus.

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 „Bis zum Jahr 2020 werden wir zwar durch bereits umgesetzte und weitere geplante Effizienzmaßnahmen unsere spezifischen Stromverbräuche gegenüber 2008 um 14 Prozent senken können, dennoch kämen ohne diese Regelung Mehrkosten im zweistelligen Millionenbereich auf uns zu“, so Energiemanager Tim Bause. Eine derartige zusätzliche Belastung sei nicht zu stemmen und mache die Produktion in Deutschland nicht mehr sinnhaft.

Ähnliche Unterstützung auf Bundesebene wünscht sich der Stahlhersteller auch beim Thema CO2-Bepreisung. Indirekte Effekte dürften für die Industrie nicht zum Standortnachteil werden. Deshalb sei für ihn auch der Zertifikatehandel das Mittel der Wahl, der transparenter als eine allgemeine Steuer, so der Werkleiter. (SZ)

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