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Ferienkinder erobern den Großteich

Das Abenteuercamp vom Netzwerk Bischofswerda ist eine gute Adresse. Das erleben Kinder bei der ersten Reise ohne Eltern.

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Von Manuela Reuß

Nico fühlt sich wie ein Kapitän. Er steht ganz vorn, am Bug des Floßes. „Guck mal, da ist eine Insel“, sagt der neunjährige Leppersdorfer zu seiner Freundin Justice und zeigt auf das grün bewachsene Riff, welches aus der Wasseroberfläche ragt. Nico, Justice, Luisa und eine Handvoll anderer Kinder schippern gemütlich über den Deutschbaselitzer Großteich. Das heißt, sie lassen sich schippern. Denn die Betreuer Karl und René staken fleißig. Sonst käme das selbstgebaute, campeigene Gefährt wohl kaum so richtig auf Touren. Ein Abenteuer ganz nach dem Geschmack der Kids.

Insgesamt 48 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis neun Jahren aus der Region Kamenz, Bautzen, Hoyerswerda und Dresden erleben im Abenteuercamp am Deutschbaselitzer Großteich derzeit spannende Ferientage. Für einige der Jüngsten ein besonderer Reiz, da sie zum ersten Mal allein verreisen. Dass ihnen dieser Camp-Aufenthalt möglichst lange in guter Erinnerung bleibt, dafür sorgt das 19-köpfige Betreuerteam um Steffi Jung und Alexander Roth. Die beiden haben in der laufenden Belegung den Hut in Sachen Inhalt und Organisation auf. Das Team hat für die jüngsten Campgäste ein tolles Programm unter dem Motto „Helden von einst und heute“ zusammengestellt, bei dem zwei Piraten namens Hagen und Klaus eine wichtige Rolle spielen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Woche und wird auch das morgige Abschlussfest prägen.

Der große Campplan, auf dem alle Aktivitäten, bis hin zum Aufwaschdienst, stehen, sei aber kein Gesetz, erklärt Steffi Jung. „Wir stellen uns auf’s Wetter ein.“ Bei brütender Hitze, wie in den vergangenen Tagen, ist vor allem Baden angesagt. Der Zugang zum See am eigenen Bootssteg ist dafür ideal. „Die Kinder sollen schließlich Spaß haben.“ Auch das Abkühlen unter der Walddusche sei beliebt. Außerdem achten die Betreuer darauf, dass jedes Kind immer seine quittengelbe Trinkflasche dabei hat. Die bekamen die Mädchen und Jungen gleich am Anreisetag geschenkt. Wasser, Tee, Säfte und Limo stehen rund um die Uhr zum Flaschenbefüllen bereit. „Wir haben sogar selbst gemachten Hollundersirup“, erzählt die Campchefin.

Zwei Kindercamps, ein Natursport-Camp und das NatursportKreativ-Camp gibt es jeden Sommer. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Kein Wunder. Die Veranstalter, der Verein der Altvorderen Bischofswerda und das Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit, bieten in den Camps alles, was sich Kinder für abenteuerliche Ferientage wünschen: Zelten, T-Shirts bedrucken, Steine bearbeiten, Knüppelkuchen am Lagerfeuer backen, in den Wipfeln der Bäume spazieren gehen, mit Kanu oder Schlauchboot auf dem Großteich oder der Spree paddeln oder sich in geheimnisvolle, unterirdische Höhlen abseilen. Da bleibt kein Platz für Langeweile. Das wissen vor allem die Wiederholungstäter – wie die Campbetreiber ihre Wiederkehrer liebevoll nennen.

Wen wundert’s also, dass auch die jetzige Belegung zu einem Großteil aus solchen besteht. Luisa gehört dazu. Ihr gefiel das Camp voriges Jahr so gut, dass sie unbedingt wieder hin wollte. Für Nico und Justice ist das Abenteuercamp dagegen eine Premiere. Was ihnen besonders Spaß macht? „Alles“, erklärt Nico, ohne lange zu überlegen. „Was die Betreuer mit uns unternehmen ist toll“, schwärmt Justice.