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Ferienlager für Hund und Katz

Die Quartiere in den Pensionen sind so gut wie ausgebucht. Obwohl sich die Preise gehörig unterscheiden.

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© Norbert Millauer

Von Peter Redlich

Schwanz wedeln, Beschnuppern, auch mal zupfen. Jeany, die junge Dalmatinerhündin darf das. Die Hübsche ist noch nicht mal im Teenageralter, hat keine Lust, auf irgendwelche Kommandos zu hören und bekommt auch noch den größten Zwinger im Garten von Karlheinz Heyne.

Der Niederauer betreibt eine Tierpension. Und ist so gut wie ausgebucht. „Jetzt, wo die Leute in den Urlaub fahren, sind nicht überall Hund oder Katze erwünscht. Ich habe zu vier Fünftel Stammgäste.“ Große Schäferhunde sind das, oder wollige Hütehunde. Vor allem aber bei Katzen nimmt die Zahl der Feriengäste zu, weil man in manche Urlaubsquartiere eben noch den Hund mitnehmen kann. Wenn Katzen vom Nachbarn versorgt werden sollen, büxen sie oft aus – dann gibt sie mancher lieber in die Tierpension.

Fünf Euro kostet das Unterbringen eines Stuben- oder Hoftigers am Tag, ab zehn Euro ein Hund. Futter, mehrmaliges Gassigehen oder Auslauf auf dem einen Hektar großen Grundstück gehören dazu. Die meisten Tiere im Pensionsquartier bleiben zwischen zehn Tagen und maximal drei Wochen. Etwa 20 Hunde und ebenso viele Katzen finden Platz in Niederau.

Tierpensionen im Elbland sind zunehmend gefragter. Im Tierheim Meißen-Winkwitz können bis zu sieben Hunde und zehn Katzen aufgenommen werden. „Wir sind bis Ende August ausgebucht“, sagt Mario Aßmann, der Leiter des Tierheims. Er schaut ins Gästebuch, wo ab 27. August wieder freie Plätze stehen.

50 Quadratmeter in der Wohnungshaltung, zehn Quadratmeter im Hundezwinger stehen hier zur Verfügung. Dazu kommen zwölf Quadratmeter Hundeauslauf und acht bis zehn Quadratmeter für die Katzen. Ab 8,50 Euro werden Hunde genommen, Katzen ab drei Euro. „Am besten rechtzeitig vorher anmelden“, sagt Mario Aßmann.

Das rät in jedem Fall auch Bettina Simons. Sie nennt sich Mensch-Hund-Beraterin und betreibt die Tierpension Freitag in Wunschwitz bei Nossen. 4 000 Quadratmeter misst ihr Grundstück, dort können die Vierbeiner ausgiebig toben.

Nachts darf die Meute mit im Haus schlafen. Für die Tiere wird das Erdgeschoss komplett freigehalten. „Ich treffe mich mit den Hundehaltern vor dem Einquartieren und wir besprechen den Aufenthalt ausgiebig“, sagt Bettina Simons. Die unterschiedlichen Charaktere müssen ins Rudel passen und sich auch mal unterordnen, sagt sie. Je nach Pflegeaufwand, Größe und Verträglichkeit der Gäste variieren die Pensionspreise einschließlich Futter und Fellpflege zwischen 15 und 25 Euro am Tag. Ein Schwimmteich für Hunde ist gerade im Bau, sagt die Wunschwitzerin. In zwei Wochen soll er fertig sein.

„Auch wir sind voll“, so die Hundefreundin.“ Ab 19. August gibt es wieder erste freie Plätze und dann im September.

Dalmatinerfräulein Jeany in Niederau versucht derweilen Hausdame Eyla zu necken. Was mit einem kurzen Knurren quittiert wird. Bei der Wärme hat die südafrikanische Löwenhündin überhaupt keine Lust auf wilde Spielchen.

Dann schon eher auf Wasser schlecken. „Bei dieser Hitze schenken wir öfters nach“, sagt Pensionsbetreiber Heyne. An Tagen wie den jetzigen sei wichtig, den Tieren keinen Stress zu bereiten. Da suche sich ohnehin fast jeder ein schattiges Plätzchen – etwa im von Efeu bewachsenen Zwinger im Garten. Heyne: „Die Tiere wissen bei solchem Extremwetter selbst, was ihnen am besten bekommt. Die meisten dösen oder schlafen.“

Das kann Pensionsmitarbeiter Manfred Hardtke selbst bei über 30 Grad im Schatten nicht. Frisches Heu für die Zwinger. Kot wegräumen. Wasser auffüllen und immer schön die Türen wieder verschließen – er hat viel zu tun in der gut besuchten Tierpension in Niederau.