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Ferienlager im Sommer können starten

Nach wochenlanger Zwangspause darf das Kiez in Sebnitz wieder Jugendgruppen empfangen. Auch um Familien wirbt die Herberge.

Katja Hartmann vorm Sebnitzer Kinder- und Jugenderholungszentrum Kiez: "Wir sind hoffnungsvoll."
Katja Hartmann vorm Sebnitzer Kinder- und Jugenderholungszentrum Kiez: "Wir sind hoffnungsvoll." © Daniel Schäfer

Als die Hotels und Gaststätten in Sachsen Mitte Mai wieder öffnen durften und die Touristen in die Sächsische Schweiz zurückkehrten, fiel die Freude im Sebnitzer Kiez an der Grenzbaude noch verhalten aus. Zwar konnte das Kinder- und Jugenderholungzentrum seine Türen auch wieder aufsperren, doch die Gäste fehlten noch. Die Herberge hoch über der Stadt - mit 400 Betten eine der größten in der Sächsischen Schweiz - ist auf Klassenfahrten und Jugendreisen spezialisiert - und Erstere sind in Sachsen und anderswo noch bis Ende des Schuljahres untersagt.   

Neue Verordnung erlaubt Jugendreisen

Mit den ab 6. Juni geltenden weiteren Lockerungen der Corona-Regeln sieht es jetzt schon besser aus. Kiez-Geschäftsführerin Katja Hartmann hat die neue Verordnung gerade auf dem Schreibtisch, als Sächsische.de nach dem Stand der Dinge fragt. Die gute Nachricht: Ferienlager dürfen wieder stattfinden. "Damit können wir endlich wieder arbeiten", sagt Katja Hartmann. Zu den thematische Feriencamps im Kiez kommen jeden Sommer Hunderte Kinder und Jugendliche nach Sebnitz. 

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Seit Mitte März hatte das Kiez wie alle anderer Touristenunterkünfte geschlossen, 25 von 32 Mitarbeitern mussten in Kurzarbeit. Jetzt fährt der Betrieb schrittweise wieder hoch, zunächst an den Wochenenden. Zu Himmelfahrt reisten die ersten Familien an, über Pfingsten konnte das Kiez immerhin gut 100 Übernachtungsgäste begrüßen. Bei der vierfachen Bettenkapazität genügt das natürlich längst nicht, aber es ist ein Anfang. 

Buffet-Service auch außer Haus

"Man darf nicht meckern, man muss das annehmen", sagt Katja Hartmann über die aktuelle Situation. Sie war in den vergangenen Wochen oft unterwegs, um auf die spezielle Situation der Jugendübernachtungsstätten aufmerksam zu machen. Zusammen mit dem Landespräsidenten der Kieze, von denen es fünf Stück in Sachsen gibt, saß sie auch bei Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Tisch. Was die Jugendreisen betrifft, gehen einige Inhalte der neuen Verordnung auch auf diese Initiative zurück. "Wir haben überall ein offenes Ohr gefunden", sagt Katja Hartmann.  

In der Zwischenzeit versucht das Kiez sich anderweitig zu behelfen und bietet unter anderem einen Büffet-Lieferdienst für private Feierlichenkeiten an. Mit den neuen Lockerungen, die Familienfeier mit bis zu 50 Personen erlauben, sollten auch die Buchungen des hauseigenen Saals wieder steigen. 

Angebote für Familienurlaub

Zudem wirbt das Kiez verstärkt um Familien als Gäste, die hier einen Kurzurlaub über ein Wochenende oder auch mehr Zeit in den Sommerferien verbringen können. Dafür stehen extra abgegrenzte Wohnbereiche bereit. "Wir hoffen, dass wir ein Stück von dem Kuchen abbekommen, wenn dieses Jahr mehr Urlaub in Deutschland angesagt ist", sagt Katja Hartmann. Die erste Vereinsgruppen werden ab Ende Juni erwartet, wenn im benachbarten Brandburg die Sommerferien beginnen. 

Richtig los geht es mit den Feriencamps für Kinder dann ab Mitte Juli, wenn auch in Sachsen-Anhalt und in Sachsen die Ferien starten. "Der Bedarf ist wirklich da", sagt Kiez-Chefin Katja Hartmann. Absagen von gebuchten Plätzen habe es nur wenige gegeben, dafür sogar in den vergangen drei Woche noch Buchungen. Nach wochenlangen Schulschließungen und selbst organisierter Kinderbetreuung seien viele Eltern auf der Suche nach Ferienangeboten. 

Nachtwanderung statt Disco

Die Programm der Camps muss freilich umorganisiert werden, um den coronabedingten Hygieneanforderungen zu genügen. Die Discos im Saal fallen aus, stattdessen wird es tagsüber Geländespiele im Wald geben und fast an jedem Abend eine Nachtwanderung. Unter freiem Himmel lässt sich leichter Abstand halten. 

Für Bolzplatz, Feuerstelle und Schwimmbecken auf dem Kiez-Gelände gibt es Einschreibelisten und einen Terminplan, sodass die verschiedenen Gruppen sie nacheinander nutzen können und es nirgends zu eng zugeht. Auch die Wohnbereiche werden so eingeteilt, dass jeder Gruppe ein Toiletten- und Sanitärbereich zugeordnet ist, den nur sie nutzen darf. Das alles ist Teil des erstellten Hygienekonzepts. 

Für den Herbst liegen schon erste Anfragen für Klassenfahrten vor, ob sie im neuen Schuljahr wieder stattfinden können, wird sich noch entscheiden. "Wir sind hoffnungsvoll", sagt Katja Hartmann.    

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