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Welche Idee jetzt dem "Boahnl" hilft

Die Soeg setzt auch auf Ferienwohnungen. Eine Neuheit in einer Pension gleicht derzeit die auf Eis liegenden Pläne in Jonsdorf aus.

Diese zwei Personenwagen hat die Soeg in Ferienwaggons umgebaut und vermietet sie an Urlauber.
Diese zwei Personenwagen hat die Soeg in Ferienwaggons umgebaut und vermietet sie an Urlauber. © privat

Die Rechnung ist für die Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (Soeg) aufgegangen. Neben ihrem Hauptgeschäftsfeld mit der Zittauer Schmalspurbahn hat das Eisenbahn-Unternehmen nämlich noch einen zweiten, wenn auch kleinen Geschäftsbereich, aufgebaut. Für die Touristen, die etwas Besonderes suchen, bietet die Soeg Übernachtungen mit Bahnambiente an. Und das weckt nicht nur das Interesse bei Eisenbahnfans.

Vor genau drei Jahren hatte das Projekt neben einer Ferienwohnung im Oybiner "Wasserhäuschen" auch mit zwei umgebauten Personenwagen in Ferienwaggons angefangen. Ausgestattet mit Wohn- und Essbereich, einer modernen Küche, Bad mit Dusche und WC stehen die Waggons in bester Lage repräsentativ auf einem Gleis am Bahnhof Oybin. Und seit 2018 läuft auch die Pension "Zum Bahnel" in Jonsdorf unter Soeg-Regie.

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Auszeichnung für eine tolle Idee

Schon ein Jahr später gab es für die beiden Ferienwaggons den "Innovationspreis Tourismus". Den verleihen die Tourismusorganisationen im Landkreis Görlitz alle zwei Jahre für pfiffige Ideen unter den Hoteliers, Gastronomen und Tourismus-Dienstleistern.

Nach der Auszeichnung testete auch die SZ mit einer Reportage die Übernachtung im Ferienwaggon. Das Fazit des Redakteurs: "Der Ferienwaggon auf dem Abstellgleis ist eine originelle Unterkunft mit einzigartigem Bahn-Feeling. Tagsüber ist der Gast Teil des geschäftigen Treibens rund um die Schmalspurbahn und den historischen Bahnhof, abends herrscht erholsame Stille."

Weil das Konzept so gut ankommt, möchte es die Soeg jetzt weiterentwickeln. Künftig sollen die beiden Ferienwaggons im ersten Halbjahr am Bahnhof Oybin und im zweiten Halbjahr am Bahnhof in Jonsdorf stehen, berichtet Soeg-Geschäftsführer Ingo Neidhardt.

Eigentlich wollte die Soeg den Geschäftsbereich Übernachtungen in diesem Jahr generell noch etwas erweitern. Zwei Mitarbeiter kümmern sich extra um diesen Bereich. Aber die Erweiterungspläne liegen derzeit auf Eis. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Verluste sind hoch

Allein in einem Corona-Monat wurden etwa 110.000 Euro an Fahrgeld eingebüßt. Auf das Jahr gerechnet, könnten das etwa 300.000 Euro Verlust werden. Zudem müssen die nicht gefahrenen Kilometer bis zum Jahresende nachgeholt werden. Das Eisenbahnunternehmen hat deshalb eine Haushaltssperre verhängt. Damit sind alle für dieses Jahr geplanten Investitionen ausgesetzt.

Davon betroffen sind unter anderem das Einrichten einer weiteren Ferienwohnung in Jonsdorf "Haltestelle", schildert Ingo Neidhardt. Aber auch Sanierungsarbeiten am Bahnhof Oybin und die geplanten zwei großen braunen Werbeschilder für die Zittauer Schmalspurbahn an der Autobahn (A4) Anschlussstelle Weißenberg in beide Richtungen sind erst einmal verschoben.

Die Mitarbeiter sind voll ausgelastet

Das selbst gesteckte Ziel bei den Übernachtungsangeboten der Soeg bleibt aber. Neben der Vier-Sterne-Ferienwohnung "Am Wasserhäuschen" im Bahnhof Oybin soll auch das kürzlich eröffnete "Loft" im Dachgeschoss der Pension "Zum Bahnel" im Bahnhof Jonsdorf mit vier Sternen klassifiziert werden. "Dieses Loft gleicht derzeit glücklicherweise die auf Eis liegenden Pläne von Jonsdorf Haltestelle aus und die Mitarbeiter sind voll ausgelastet", schildert Ingo Neidhardt.

Die Soeg will als Betreiber der Zittauer Schmalspurbahn auch in Punkto Ferienwohnungen einen Beitrag für den Tourismus im Naturpark Zittauer Gebirge leisten. Zusammen mit den Gesellschafter-Kommunen und Großschönau hat sie erst kürzlich zum zweiten Mal die Zeitung "Links und Rechts der Zittauer Schmalspurbahn" herausgebracht und mit 40.000 Exemplaren eine erfolgreiche Werbekampagne gestartet.

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70 bis 80 Prozent der Fahrgäste, die das Boahnl von Zittau ins Gebirge und zurück befördert, sind Urlauber oder tschechische Touristen. Und die finden in der Zeitung beispielsweise die aktuellen Öffnungszeiten aller Betriebe und Einrichtungen. "Und es hat sich gelohnt. Derzeit sind die eigenen Ferienobjekte fast zu 100 Prozent ausgebucht", sagt der Geschäftsführer.

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