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Fest der stummen Kunst

Bühne. Anfang November findet in Dresden das 25. Pantomimenfestival statt.

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Von Monika Dänhardt

Allen Unkenrufen und Geldschwierigkeiten zum Trotz – die Pantomime lebt auch an der Elbe. Wovon Mann und Frau sich besonders beim 25. Pantomimefestival überzeugen kann.

Das erste Festival fand 1982 auf Anregung von Rainer Petrovsky, damals Leiter des Volkskunstpodiums, und dem Pantomimen Ralf Herzog statt. Dank der kleinen Bühne „Theater 50“ hatte das Festival sogar bis 1997 eine Heimat und konnte kontinuierlich angeboten werden. Bühnen-Chef Olaf Böhme verstand es, sich durch die Förderrichtlinien zu kämpfen und holte in dieser Zeit Künstler wie Marcel Marceau, Dimitri und Garti Hutter nach Dresden. Mit dem „Umbruch des Theater 50“, wobei die Dresdner Mimen ihre Heimstatt verloren, geriet auch das Festival ins Abseits.

Erst mit Eröffnung der „Mimenbühne“ – zunächst im Stadtteilhaus auf der Prießnitzstraße, später, nach einem Brand, im Theater Wechselbad – wurde 1999 das Festival wiederbelebt. Ralf Herzog, Chef der Mimenbühne, und Jens Albrecht, Mitglied des „Mimenstudio Dresden e. V.“, sind seitdem ehrenamtlich bestrebt, jedes Jahr ein Festival zu gestalten. Vom 2. bis 5. November geben sich nun wieder in- und ausländische Meister der stummen Kunst in Dresden ein Stelldichein. So werden in den Spielstätten Mimenbühne und Theaterhaus Rudi Pantomimen, Komödianten, Clowns zu erleben sein, die unterschiedlichste Spielarten und Handschriften präsentieren.

Los geht es am 2. November, 18 Uhr mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Mimenbühne, die in Dokumenten, Bildern, Rezensionen „25 Jahre Pantomime“ Revue passieren lässt. Am selben Ort hebt sich dann eine Stunde später der Vorhang für „Herr Schmetterling sucht eine Braut“. Künstler des Theaters Nadi Potsdam schaffen dabei eine Brücke zwischen Asien und Europa. 21 Uhr stellt dann der aus dem Saarland stammende Pantomime Jomi seinen Soloabend voller Gefühle vor. Im Theaterhaus Rudi gestalten ein französischer und ein deutscher Künstler den Auftakt.

Während des Festivals gibt es auch eine Veranstaltung für kleine Pantomimefreunde. „Blitzdonnerschock ein Stock“ soll anregen, eigene Geschichten pantomimisch zu erzählen. Mit „Charlie Chaplin lebt weiter…“ – einem Abend mit einem Lächeln und vielleicht einer Träne – endet der 25. Jahrgang dann am 5. November in der Mimenbühne.

www.mimenstudio.de