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Fest für den Aufklärer

Wenn sich am 22. Januar 2004 der Geburtstag von Gotthold Ephraim Lessing (1729 bis 1781) zum 275. Mal jährt, ist das ein guter Grund, dem bedeutenden Vertreter der deutschen Aufklärung in seinem Geburtsort Kamenz ein Fest auszurichten.

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Wenn sich am 22. Januar 2004 der Geburtstag von Gotthold Ephraim Lessing (1729 bis 1781) zum 275. Mal jährt, ist das ein guter Grund, dem bedeutenden Vertreter der deutschen Aufklärung in seinem Geburtsort Kamenz ein Fest auszurichten. Indem das einzige Literaturmuseum für den Dichter noch stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt wird – zum Beispiel mit Hilfe des direkt aus der Druckerei eingetroffenen Jahresprogrammes.

Die umfangreiche Inhaltsübersicht zum „Lessing-Jahr 2004 in Kamenz“ ist 64 Seiten stark und kommt damit schon fast als kleines Büchlein daher. Farbenfroh, mit Bild und Text, macht es Lust auf 50 Veranstaltungen. Sie verdeutlichen, dass Lessing immer (noch) ein Thema ist – nicht nur im Theater, in der Schule oder an der Universität, sondern ebenso im Lessing-Museum. Hier wurde das Programm konzipiert und organisiert. Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Bund und den Freistaat Sachsen wäre es freilich nicht zustande gekommen.

Das Geleitwort für die Broschüre hat kein Geringerer als Wolfgang Thierse geschrieben. Der Sozialdemokrat und Präsident des Deutschen Bundestages lobt das vielschichtige Werk Lessings, das bis heute weder an Größe noch an Aktualität verloren habe. „Auch im Zeitalter der lärmend inszenierten Abschiede von den ‚großen Erzählungen‘ gehört es nicht ins Museum der edlen Utopie, sondern in unsere Schulen, Theater und Bibliotheken.“ Toleranz sei auch heute kein Luxus, den man sich leisten könne, sondern „drängende Notwendigkeit“. In diesem Sinne wünscht Thierse dem „Lessing-Jahr 2004 in Kamenz“ eine gute Resonanz.

Am Anfang des nächsten Jahres stehen auch diesmal die traditionsreichen Kamenzer Lessing-Tage mit Theatergastspielen, Ausstellungseröffnungen, Vorträgen und kulturellen Veranstaltungen. Am Ende wird diesmal ausdrücklich ein Bogen zur Nachbarstadt Pulsnitz geschlagen, wo der Bildhauer Ernst Rietschel (1804 – 1861) vor 200 Jahren das Licht der Welt erblickte. Was das mit Lessing zu tun hat? Darüber kann man durchaus Interessantes im Programmheft nachlesen. Es ist ab sofort im Lessing-Museum kostenlos erhältlich, also am Lessing-Platz 1–3 in Kamenz.

Nähere Informationen zum Thema gibt es auch unter Tel. (0 35 78) 3 80 50, www.Lessingmuseum.de, e-mail: [email protected]