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Hoyerswerda

Prominenten-Spiel zum Fußball-Jubiläum

Vor 100 Jahren begann die Geschichte des SV Hoyerswerda 1919. Am 1. Juni wird deshalb im Jahnstadion gefeiert.

Vor dem Beginn des Spielbetriebes auf dem Adlerplatz standen viele Stunden harter Arbeit.
Vor dem Beginn des Spielbetriebes auf dem Adlerplatz standen viele Stunden harter Arbeit. © Repro: Werner Müller

Von Werner Müller und Hagen Linke

Hoyerswerda. Vor nunmehr 100 Jahren begann mit einer Gründungsversammlung des Sportvereins Hoyerswerda 1919 die Entwicklung des organisierten Fußballsports in der Stadt. Am 1. Mai 1919 hatte ein Inserat in den „Hoyerswerdaer Nachrichten“ zu diesem Treffen aufgerufen. Im Protokoll dieser Veranstaltung mit 22 Sportanhängern hieß es: „Durch Anregung einiger Sportfreunde wurde am 2. Mai 1919, 8 Uhr abends, im Nebenzimmer des Gesellschaftshauses eine Versammlung einberufen zwecks Gründung eines Fußballvereins, die unter dem später gewählten Vorsitzenden Paul Berg eröffnet wurde.“ Aber war das nun die Geburtsstunde des Vereins oder doch der 1. Juni? Da gab es die offizielle Gründungsfeier des Sportvereins Hoyerswerda 1919 im Schützenhaus, dem späteren „Kastanienhof“. Erster Vorsitzender war Erich Braune. 40 Mitglieder zählten damals zum Verein. Die ersten Fußballspiele fanden auf der Alleewiese, dem Gelände des heutigen Zoos, statt.

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Stadtobere schickten die Polizei

Offenbar war dieser neumodische Verein mitten in der Kleinstadt manchem ein Dorn im Auge. So musste die Polizei auf Geheiß der Stadtoberen so manches Mal die Alleewiese von den Fußballenthusiasten räumen, heißt es in der 1919-Chronik. Und das hieß dann Ärmel hochkrempeln für die Sportler. Vor Beginn des Spielbetriebes auf dem Adlerplatz standen viele Stunden harter Arbeit der Vereinsmitglieder. Schwere Technik gab es so gut wie gar nicht. Die meisten Bau- und Erdarbeiten wurden per Hand geleistet. Dennoch hatten die Mitglieder Visionen, die die Mühen erträglicher machten. Als 1920 immer mehr Mitglieder den Weg zum Verein fanden und Förderer ihn unterstützten, nahm auch die Bürgerschaft bei öffentlichen Vergnügungen der 1919er statt.

Die sportliche 1919-Geschichte ist lang und ein extra Kapitel wert. Die Sportstätte am Adler musste 2011 aufgegeben werden, die Finanzierung war zu schwierig. Der Verein zog ins Friedrich-Ludwig-Jahnstadion in die Hoyerswerdaer Neustadt. Fünf Jahre später befand er sich im Insolvenzverfahren. Die meisten Fußballer, darunter die große Nachwuchsabteilung, schlossen sich dem Hoyerswerdaer FC (vormals FC Lausitz) an. Und dort wird in gut vier Wochen das Jubiläum „100 Jahre Fußball in Hoyerswerda“ begangen – innerhalb des „Tony-Jantschke-Fußball-Camps“ (31. Mai bis 2. Juni). Zu Gast ist dann nicht nur der Hoyerswerdaer Tony Jantschke, der seit 2006 beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht. Der 29-Jährige hat ehemalige DDR-Nationalmannschaftsspieler, wie Hans-Jürgen Dörner, Matthias Döschner und Jürgen Raab, eingeladen, die am 1. Juni ab 17 Uhr gegen eine regionale Auswahl kicken. Zudem gibt es an diesem Tag ein öffentliches Camp-Training und für die kleinen Gäste neben Hüpfburg und Fußballdarts eine Bastelstraße.