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Großenhain

Festbier aus Finsterwalde

Für ihre 800-Jahrfeier Anfang Juni haben die Schönborner einiges in petto. Sie lassen sogar eigenes Bier brauen.

So sieht sie aus, die unikate Schönborner Festflasche.
So sieht sie aus, die unikate Schönborner Festflasche. © Bildstelle

Schönborn. Die Flasche fasst einen Liter und trägt das Schönborner Wappen mit der  Windmühle und einem Hirsch vor einem Brunnen. "Unfiltriertes Bier - meisterlich gebraut" soll es sein, das Schönborner Festbier. Die limitierte Auflage rechtfertigt vermutlich den stolzen Preis von 8 Euro. Doch das Geld ist gut angelegt. Denn das Festbier wird speziell anlässlich der 800 Jahrfeier von Schönborn, einem Ortsteil von Lampertswalde, "nach einzigartigem Rezept" gebraut. 

In einem Finsterwalder Brauhaus wird das Getränk für die 800-Jahrfeier Anfang Juni hergestellt. Der Vorbereitungsverein 800 Jahre Schönborn hat die Brauerei extra besucht. "Und wir fahren nochmal hin, wenn der Sud angesetzt wird", sagt Michael Simon vom Verein. Auch sieben Bierfässer wollen die Schönborner für ihr Jubiläum ordern. Schließlich soll es allen lange in Erinnerung bleiben. 

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Gemeinsam mit Linz, Blochwitz, Oelsnitz und Brockwitz wurde der Ort 1220 als "villa Schoneburne" erstmalig urkundlich erwähnt. Die Herren von Köckeritz und die Schlossherren von Schönfeld haben laut Chronik zuerst hier das Sagen. Die Windmühle am heutigen Standort wird schon 1589 erwähnt, die heutige Turmholländermühle entstand 1876. Es gab um 1910 einen Radfahrerverein und zehn Jahre später den Jugendverein Immertreu. Seit 1999 gehört Schönborn zu Lampertswalde. 2008 fand das erste Simsontreffen statt. 

Immerhin drei Seiten auf dem Festflyer füllen heimatgeschichtliche Informationen. Doch leicht war es für die aktive Arbeitsgruppe des Vereins nicht, Material zusammenzutragen. "Die Chronik wurde im Zweiten Weltkrieg vernichtet", sagt Michael Simon. Aber einige alte Aufzeichnungen und Bilder blieben erhalten, und es wurde sogar in der sächsischen Landesbibliothek in Dresden recherchiert. In einer alten LPG-Halle, die gerade saniert wird, soll es eine Ausstellung geben. 

Schon demnächst werden an den Ortseingängen zwei große Tafeln aufgestellt, die auf das große Jubiläum hinweisen. In der Schmiede von Bürgermeister René Venus bauen auch Sven Kühne, Stev Kretzschmar und Raik Maschinki an den Aufstellern. Sogar ein kleines Dach sollen die bekommen. Dafür hat sich eine Fensterbaufirma als Sponsor gewinnen lassen. "Seit voriger Woche können wir als Verein Spendenquittungen ausstellen", freut sich Sven Kühne.

René Venus, Michael Simon, Stev Kretzschmar und Sven Kühne (v.l.) in der Schmiede Schönborn beim Schweißen der Aufsteller. 
René Venus, Michael Simon, Stev Kretzschmar und Sven Kühne (v.l.) in der Schmiede Schönborn beim Schweißen der Aufsteller.  © Anne Hübschmann

Mehrere Arbeitsgruppen kümmern sich um die Festvorbereitung. Das 170-Einwohner-Dorf will einen Festumzug am Sonntag, dem 7. Juni, auf die Beine stellen. Über 30 Bilder sind in Vorbereitung, heißt es. Da wird sicher auf vielen Grundstücken schon daran gebaut. Michael Simon: "Wir hatten bereits acht Versammlungen, bei denen im Prinzip alle Grundstücke vertreten waren." Immerhin 30 Schönborner organisieren die Musik, das Festzelt, das Festprogramm und die Flyer, die auch zum Eisenbahnjubiläum Ende April in Lampertswalde ausliegen sollen.

Stolz sind die Schönborner, dass sie für den Sonnabendabend die Liveband "Das Fiasko" aus Hamburg engagieren konnten. Das wird voraussichtlich die einzige Veranstaltung sein, bei der Eintritt zu zahlen ist. Beginnen wollen die Schönborner mit ihrer Festwoche schon am Pfingstmontag. Zum ersten Mal wird sich die Mühle am Ortsausgang Richtung Autobahn am Mühlentag beteiligen, es soll geführte Besichtigungen mit dem letzten Windmüller geben. Die Mühlentechnik sei noch erhalten, heißt es.

Zwei Höhepunkte wollen die Schönborner unbedingt noch nennen: Am 4. Juni wird die Enthüllung eines Gedenksteins im Park in der Ortsmitte den Startschuss in die 800-Jahrfeier abgeben. "Feierlich wollen wir eine Zeitkapsel versenken, die eine Tageszeitung, Postkarten, die Ortschronik und Kinderbilder enthalten soll", so Michael Simon. In 50 Jahren, so haben es sich die Akteure geschworen, wollen sie die Zeitkapsel dann wieder öffnen.

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Festprogramm (Ausschnitt): Pfingstmontag: Mühlentag, 4. Juni: Enthüllung Gedenkstein, 5. Juni: Eröffnung der Ausstellung, 6. Juni: Falknershow und Jugendfußballturnier, Schausägen und -schmieden, Liveband, 7. Juni: Festgottesdienst, Frühschoppen, Kinderquadfahren, Motorrad-Trialshow, Festumzug gegen 13 Uhr und Vogelschießen