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Feste feiern im Dickerchen

Silke Heintze aus Häslich liebt ihren Job als Wirtin und Köchin. Doch die Unzuverlässigkeit mancher Kunden nervt.

© Matthias Schumann

Von Ina Förster

Haselbachtal. Es ist Montag und die Planungen fürs Wochenende laufen auf Hochtouren. Das müssen sie auch, denn Silke Heintze hat am Sonnabend fünf Buffets zu kreieren. Großkampftag für die 43-Jährige und ihre Mitarbeiter. Und ein gutes Wochenende für die Unternehmerin. Ihre Firma in Häslich läuft. Mal besser, mal schlechter. Familienfeiern ausrichten und leckeres Essen auf die Tische ihrer Kunden bringen – das ist seit 18 Jahren ihr Metier.

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Adrett gestaltet sind auch die Außenanlagen. Im Sommer kann man auf der Terrasse feiern. Genügend Parkplätze sind ebenfalls vorhanden. Und es ist ruhig.
Adrett gestaltet sind auch die Außenanlagen. Im Sommer kann man auf der Terrasse feiern. Genügend Parkplätze sind ebenfalls vorhanden. Und es ist ruhig. © Matthias Schumann

Im ehemaligen Rittergut empfängt sie seit zehn Jahren die Kundschaft. Jubiläen, Hochzeiten, runde Geburtstage sind darunter. Auf zwei Etagen stehen für die Partygesellschaften bis maximal 80 Plätze zur Verfügung. Dazu moderne Sanitäranlagen, ein Tresen, über den auch gern Mixgetränke gehen.

Das Catering zu solchen Anlässen übernimmt die couragierte Wirtin selbst. „Wer uns bucht, bekommt das Rundum-Sorglos-Paket“, sagt sie. Vom Essen bis zu den Getränken. Nur die Räume zu vermieten, käme für sie nicht infrage. Das hier ist ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Er ernährt sie und die zehnjährige Tochter. Die Bedingungen für jede Art von Feiern sind super. Vor dem Haus gibt es reichlich Parkplätze, eine gemütliche Terrasse mit neuer Bestuhlung. Und es herrscht Ruhe an der Dorfstraße 15.

Städter mögen das urige Flair

Nur ein paar Steinwürfe entfernt lockt das Museum der Granitindustrie. „Viele Gesellschaften mögen gerade das Ländliche, und dass man zwischen Kaffee und Abendbrot mal ein paar Schritte gehen kann“, weiß Silke Heintze. Die Kundschaft kommt aus der gesamten Kamenzer Region. Gerade die Städter mögen das urige Flair. Auf ihrer Cateringliste steht gute Hausmannskost. „Wir haben zwischendurch immer etwas anpassen und neu kreieren wollen, auch mediterrane Gerichte ausprobiert. Am Ende sind es aber die einfachen, handfesten Dinge, die vom Kunden gewünscht werden. Mein Krustenbraten wird fast als Häslicher Nationalgericht gehandelt“, schmunzelt sie.

Was im Jahr 2000 ganz klein im Bischheimer Bad mit einer Kantine begann, ist mittlerweile ihre ganz private Erfolgsgeschichte. Zwischendurch bewirtschaftet sie für fünf Jahre die ehemalige HO-Gaststätte in Bischheim. Doch in Sachen Sanierung tat sich dort überhaupt nichts. „Ich musste umdenken, hatte Pläne. Und dann kam das Angebot mit dem Rittergut“, erzählt sie. Glücklich war sie damit. Und stolz auf das, was sie sich mit ihrem Mann aufbaute. Mittlerweile ist sie alleinerziehende Mama und geschieden. Weiter ging es dennoch immer irgendwie.

Die Zweifel einer Gastwirtin

Auch wenn Silke Heintze gerade in letzter Zeit ab und zu Zweifel kamen. „Ich bin gern Köchin und Wirtin, liebe meinen Beruf wirklich. Aber im März habe ich ein paar Mal gedacht: Wozu das alles?“, erzählt sie. Hintergrund für ihren Groll sind Kunden, die immer mal wieder ihre Reservierungen kurz vor knapp canceln oder erst nach ihrem Anruf absagen. „Das sind für mich immense Verluste. Innerhalb von 14 Tagen bekommt man keine andere Bestellung rein. Wer feiert, weiß das monatelang vorher und hat sich schon gekümmert“, sagt sie traurig.

Zweimal sei ihr genau das im März passiert. Die Termine waren blockiert, andere Nachfragen musste sie wegschicken. Mehr als ärgerlich. Vor allem, wie unverschämt manch einer ist. „Meine Existenz hängt daran. Ich muss Miete, die Krankenversicherung und Betriebskosten zusammenbekommen. Und nebenbei will man leben!“ Sie weiß, dass es anderen Berufskollegen ähnlich geht. Die Unsitte nimmt zu. Vorher einen Vertrag abzuschließen, wäre eine Möglichkeit. Doch noch sträubt sie sich. Es bedeute noch mehr Schreibkram. Und eigentlich mag sie ihre Kundschaft. „Das sieht aus, als ob man keinem vertraut! Auch nicht schön!“