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Abwasseralarm wegen Corona

Die Stadtverwaltung Freital appelliert an alle, Feuchttücher nicht in Toiletten zu werfen. Denn das wird teuer.

Deckel hoch, Feuchttücher rein: Das belastet die Pumpen des Kanalnetzes und verursacht hohe Reparaturkosten.
Deckel hoch, Feuchttücher rein: Das belastet die Pumpen des Kanalnetzes und verursacht hohe Reparaturkosten. © dpa

In Freitals Abwasserentsorgungsnetz gibt es derzeit ein Problem. Verursacht wird es durch eine ungewöhnlich große Menge Feuchttücher, die dieser Tage in den Toiletten entsorgt werden. "Diese führen allerdings zu Verstopfungen im Abwassersystem, insbesondere in Pumpwerken", teilte Matthias Weigel, Sprecher der Stadtverwaltung, mit. Denn anders als Toilettenpapier zerfallen Feuchtücher nicht. Die reißfeste Faserstruktur bleibt bestehen. Weigel: "Selbst mit Schneidrädern ausgestattete Pumpen können die Tücher nicht mehr zerkleinern. Aus den Feuchttüchern bilden sich lange, verfilzte und zähe Stränge, die beispielsweise die Pumpen blockieren und zum Stillstand bringen oder die Rohre verstopfen."

Das betrifft alle 17 Pumpwerke und das gesamte Kanalnetz der Stadt Freital. Verstärkt müssen die Kanalnetzmitarbeiter nun ausrücken, um Havarien zu beheben. Weigel: "Das ist auch ohne Corona-Pandemie schon eine undankbare Aufgabe. Nun setzen sie jedoch auch noch ihre eigene Gesundheit aufs Spiel." Teuer wird es außerdem. Die Reparatur einer Pumpe koste deutlich mehr als 10.000 Euro, heißt es aus dem Freitaler Rathaus. Am Ende trifft es alle: Die Kosten für sämtliche Wartungsarbeiten am Abwassernetz werden auf die Abwassergebühren umgelegt.  

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Feuchttücher, selbst solche, die von der Industrie ausdrücklich als Toilettenfeuchttücher angepriesen werden, bereiten seit Jahren Probleme - nicht nur in Freital. Nun steigt die Verwendung stark an, weil es einen Versorgungsengpass mit herkömmlichen Toilettenpapier gibt.  Die Verwaltung appelliert deshalb an alle Bürger, gebrauchte Feuchttücher in den Restmüll zu werfen. Weigel: "Jeder kann dazu beitragen, das Abwasser so wenig wie möglich zu belasten, die Umwelt zu schützen und die Kosten stabil zu halten."  

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