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Waldbrand an den Schrammsteinen

In der Sächsischen Schweiz brannte ein Steilhang unterhalb der Schrammsteinaussicht. Das Feuer wurde vermutlich von Besuchern ausgelöst.

Löschen am Steilhang: Die Feuerwehr hatte es mit extrem unzugänglichem Gelände zu tun.
Löschen am Steilhang: Die Feuerwehr hatte es mit extrem unzugänglichem Gelände zu tun. © Feuerwehr Bad Schandau/Repro: Marko Förster

Gegen 13.30 Uhr am Dienstagnachmittag konnte Bad Schandaus Feuerwehrchef Kai Bigge das Kommando zum Abbauen geben: Der Waldbrand unterhalb der Schrammsteinaussicht in der Sächsischen Schweiz war gelöscht. Für die Feuerwehrleute begann der Abstieg ins Tal.

„Wir hatten es mit extrem unzugänglichem Gelände zu tun“, sagt Bad Schandaus Stadtwehrleiter. 40 Meter Steilwand mussten die Kameraden überwinden, um zu dem Brandherd zu gelangen. Der befand sich an der elbabgewandten Nordseite der Schrammsteinkette im Bereich zwischen den Klettergipfeln Schwager und Sonnenwendkegel. Dort hatte sich das Feuer auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern ausbreitet.

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Für die Brandbekämpfer hatte der Einsatz um 6 Uhr morgens begonnen. Zunächst ging es darum, eine Wasserleitung in das steile Gelände aufzubauen. Vier Kameraden mit Kletterausrüstung machten sich als Vorsteiger über querlaufende Felsbänder auf den Weg, um überhaupt zu den Flammen zu gelangen. Sie ließen Seile herunter, an denen die Schläuche dann nach oben gezogen wurden. Mit Gurten gesichert konnten die Feuerwehrleute mit dem eigentlichen Löschen beginnen.

Das schwierige Gelände war auch der Grund dafür, dass der Einsatz erst am Dienstagmorgen starten konnte. Zeugen hatten bereits am Abend des Pfingstmontags Rauch in der Nähe der Schrammsteinaussicht gemeldet. Kameraden der Feuerwehr Bad Schandau, ein Mitarbeiter des Nationalparks sowie Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus) rückten aus, um das Feuer zu lokalisieren.

In der einsetzenden Dunkelheit konnten die Feuerwehrleute jedoch keinen Zugang mehr zu dem Brand finden, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Bei prompten Löscharbeiten hätte zudem Glut in eine Schlucht fallen und das Feuer sich dort noch weiter ausbreiten können. In Absprache mit dem Kreisbrandmeister wurde entschieden, die Löscharbeiten am Dienstagfrüh zu beginnen.

Der Waldbrand wurde höchstwahrscheinlich von Besuchern der Schrammsteinaussicht verursacht. Der Brandherd befindet sich direkt unterhalb der Aussichtsplattform. „Mutmaßlich hat jemand eine Zigarettenkippe runtergeschnippst“, sagt Stadtwehrleiter Bigge. Zeugen hatten zuvor berichtet, dass sich vier Männer mit einer Shisha auf der Aussicht aufgehalten hätten. Ob sie oder andere Raucher das Feuer ausgelöst haben, kann niemand sagen.

Ein illegales Lagerfeuer von Boofern lässt sich als Ursache jedoch ausschließen. Es wurde keine Feuerstelle gefunden, erklärt Wehrleiter Kai Bigge. Zudem sei der Brandort so schwer zugänglich, dass dort eigentlich niemand hinkomme.

In den vergangenen Jahren hatten verbotene Lagerfeuer von Besuchern, die im Freien übernachten, mehrfach Waldbrände in der Sächsischen Schweiz ausgelöst. Die Behörden reagierten mit einem nächtlichen Betretungsverbot der Wälder und sogar mit Kontrollen per Hubschrauber.

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