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Puten-Inferno in Niedercunnersdorf

In der Halle eines Geflügelhofs ist ein Brand ausgebrochen. Mehrere Wehren kamen zum Einsatz. Die Ursache ist bekannt - aber rätselhaft.

So sieht die Halle nach dem Brand aus.
So sieht die Halle nach dem Brand aus. © xcitepress

Beim Blick in die Geflügelhalle bietet sich ein Bild des Grauens. Unzählige verendete Tiere liegen auf der gut 850 Quadratmeter großen Strohfläche verteilt. Einfach erstickt. Am weit geöffneten Zugang der Rückseite liegen einige Vögel, als wären sie frisch gegrillt. Doch sie wurden gebraten bei lebendigem Leib. Das Ende eines Infernos auf einer Putenfarm am Ortsrand von Niedercunnersdorf.

Es war gegen elf Uhr am Dienstag, als die Feuerwehren aus Niedercunnersdorf, Obercunnersdorf, Kottmarsdorf, Neueibau, Walddorf und Eibau an den Bierweg alarmiert wurden. "Starke Rauchentwicklung aus einem Stallgebäude" lautete die Meldung. Vor Ort angekommen konnten die 55 Kameraden zwar noch den Brand löschen, aber für viele Tiere kam jede Hilfe zu spät. Den entstandenen Schaden am Tierbestand und der Anlage schätzt die Polizei auf rund 50.000 Euro.

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Rund 1.500 Tiere verenden im Stall

"In dem Aufzuchtstall waren etwa 2.000 männliche Jungputen, etwa vier Wochen alt", sagt der Betriebsleiter auf SZ-Nachfrage. Rund 500 Tiere seien dem Inferno entkommen und wurden in einem Nachbarstall untergebracht. Doch bei der Nachschau dort zeigt sich: Auch von diesen sind noch etliche nachträglich an einer Rauchvergiftung verendet. Rund 19.000 Truthähne sind stets in den acht Ställen auf dem Gelände. Gezüchtet werden sie nach Angaben des Betriebsleiters für einen oberbayerischen Schlachtbetrieb.

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Auch die Ursache des Brandes scheint bereits geklärt zu sein. "Wahrscheinlich war es ein technischer Defekt an der Heizkanone", sagt der Betriebsleiter. In den ersten Lebenswochen brauchen die kälteempfindlichen Jungtiere eine konstante Temperatur von 24 Grad in ihrem Stall. Dafür sorgt ein Heizlüfter. "Möglicherweise gab es einen Funkenschlag, so dass das Stroh im Stall Feuer gefangen hat", vermutet der Betriebsleiter. Jedenfalls ein rätselhafter Defekt: "Das Gerät war erst rund ein Jahr alt", sagt er.

Bei dem Einsatz erlitt zudem ein Feuerwehrmann Verletzungen. Er kam mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus.

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