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Wie das Öl in die Neiße gelangt ist

Die Feuerwehr musste zur Altstadtbrücke in Görlitz ausrücken. Die Ursache fand sich auf polnischer Seite. Der Einsatzbericht der Feuerwehr gibt nun Aufschluss.

Die Feuerwehr war mit 54 Kameraden und sechs Fahrzeugen im Einsatz.
Die Feuerwehr war mit 54 Kameraden und sechs Fahrzeugen im Einsatz. © Danilo Dittrich

Ein Ölfilm hat am Mittwochnachmittag auf der Neiße in Görlitz geschwommen - und einen größeren Feuerwehreinsatz ausgelöst. Spaziergänger sahen ihn auf dem Wasser schimmern, als sie die Altstadtbrücke überquerten und riefen gegen 14.30 Uhr die Rettungsleitstelle an. Daraufhin rückte die Berufsfeuerwehr mit sechs Fahrzeugen und 54 Kameraden aus. Die ließen ein Schlauchboot ins Wasser, um in Richtung Stadthalle zu schauen, wo das Öl herkommt. Parallel fuhr ein Fahrzeug in Richtung Klärwerk am Ufer entlang, um zu erkunden, wie weit es sich bereits ausgebreitet hat.

"Wir stellten fest, dass ein Ölgemisch aus einem Abwasserkanal auf polnischer Seite in die Neiße floss", sagt Einsatzleiter Remo Kölzsch. Daraufhin alarmierte er die benachbarte Feuerwehr. Beide Einsatzleiter nahmen miteinander Kontakt auf - mithilfe einer Dolmetscherin des Ordnungsamts. "Die polnische Feuerwehr baute eine Ölsperre auf, damit nichts mehr in die Neiße laufen konnte", so Kölzsch. Auf deutscher Seite trafen Vertreter vom Umweltamt ein, um die Lage einzuschätzen. "Wir kamen zum Ergebnis, dass keine Ölsperre bei uns möglich, aber auch nötig ist", berichtet er Einsatzleiter. Polizisten sperrten die Uferstraße ab.

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Der Ölfilm schimmerte auf der Neiße. Spaziergänger sahen das und alarmierten die Rettungsleitstelle.
Der Ölfilm schimmerte auf der Neiße. Spaziergänger sahen das und alarmierten die Rettungsleitstelle. © Danilo Dittrich

So wäre der Standort an der Altstadtbrücke ungeeignet gewesen, weil das Wasser dort nach seiner Aussage zu flach und von viel Gestrüpp umgeben ist. Auch der Standort am Studentenwohnheim bot sich nicht an. "Dort war die Strömung zu stark", sagt er. Die nächste Möglichkeit hätte sich an der Tischbrücke geboten. Doch ein Großteil des Ölfilmes war durch die Fließgeschwindigkeit bereits weggewesen, die Menge zu gering. Sie habe aber gereicht, um einen schimmernden Film auf dem Wasser zu hinterlassen, so Kölzsch.

Das Öl sei irgendwo auf einer Straße gewesen, habe sich in den vergangenen Tagen mit Regenwasser verbunden und gelangte so verdünnisiert über in den Abwasserkanal in die Neiße, berichtet er und verweist dabei auf Aussagen der polnischen Seite. Dem Einsatzbericht der Görlitzer Feuerwehr ist zu entnehmen, dass sich auf dem polnischen Ufer gegenüber des Uferparkes ein Abflussrohr von etwa 50 cm Durchmesser befand, aus dem das Öl-Wasser-Gemisch, welches nach Diesel roch, in die Neiße floß. "Es sah schlimmer aus als es war", erklärt Kölzsch. "Bereits unterhalb des Wehres war auf der Wasseroberfläche keine Verunreinigung mehr erkennbar", heißt es im Einsatzbericht. Dennoch soll nach dem fast dreistündigen Einsatz am Mittwochabend noch eine Kontrollfahrt erfolgen. 

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