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100 Kameraden kämpfen gegen Flammen

In Hirschfelde hat ein Feuer heute ein Wohnhaus zerstört. Für den Besitzer ist es nicht die erste Katastrophe.

So sieht es jetzt in Hirschfelde aus.
So sieht es jetzt in Hirschfelde aus. ©  Rafael Sampedro

Der Schock ist Thomas Richter noch deutlich anzumerken. Gerade hat der Hirschfelder sein Wohnhaus verloren. Das Umgebindehaus ist bei einem Brand so stark beschädigt worden, dass es vorerst unbewohnbar ist. Nur mit der eigenen Bekleidung am Körper flüchtete er ins Freie. Er habe noch versucht, seinen Ausweis und etwas Geld mitzunehmen, musste beides aber letztlich zurücklassen. Denn der Wind hatte dafür gesorgt, dass die Flammen recht schnell auf das Haus an der Rosenstraße übersprangen. Entstanden war der Brand laut Feuerwehr vermutlich im Schuppen, der an das Haus angrenzt. 

Der 61-jährige Bewohner schaute gerade Fernsehen, als ein Nachbar ganz aufgeregt bei ihm geklingelt habe, und ihn darauf aufmerksam machte, dass es hinter dem Haus brennt. Als er daraufhin aus dem Fenster schaute, stand der Schuppen bereits in hellen Flammen. Da galt es nur, sich selbst so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

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Wenig später rückten auch schon die ersten Kameraden der Feuerwehr an. Der Brand hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon stark ausgebreitet. Die enorme Hitzeentwicklung und der Wind machten den Feuerwehrleuten anfangs das Leben schwer, wie Hirschfeldes Ortswehrleiter Ronny John berichtet.

Aufgrund der Trockenheit breitete sich das Feuer rasant aus. Für die beteiligten Wehren war neben der Löschung vor allem wichtig, dass die Flammen nicht auf die daneben stehenden Gebäude übergreifen. Das unmittelbare Nachbarhaus mit seinem länglichen Anbau steht nur wenige Meter entfernt. Ein Übergreifen konnte letztlich verhindert werden. Dafür haben mehr als 100 Feuerwehrleute gesorgt. Insgesamt waren laut Zittaus Feuerwehrchef Uwe Kahlert 22 Fahrzeuge im Einsatz, neben den Wehren aus Zittau und den Zittauer Ortsteilen auch die Löschtruppen aus Eckartsberg, Ostritz und Oberseifersdorf. 

Auch die Drehleiter wurde ausgefahren, um die Kameraden, die am Boden gegen die Flammen kämpften, von oben zu unterstützen. 

Thomas Richter wird frühestens morgen wissen, wie hoch der Schaden an seinem Elternhaus tatsächlich ist und welche Sachen aus dem Haus noch zu retten sind. Der beläuft sich vorläufig auf 150.000 bis 200.000 Euro, wie die Polizei berichtet. Wie es weitergehen soll, weiß der Eigentümer im Moment noch nicht. Der 61-Jährige hatte allein in dem Haus gewohnt. Zumindest für die erste Zeit kann er in der örtlichen Pension übernachten.

Besonders tragisch ist, dass es für den Hirschfelder bereits die zweite Katastrophe ist. 2010 wurde sein Haus beim August-Hochwasser überflutet, etwa einen Meter stand das Wasser damals im Haus. Seitdem nutzte Thomas Richter vor allem die obere Etage, im Erdgeschoss befand sich nur die Küche. Nun ist vieles ein Opfer der Flammen geworden. 

Wie das Feuer entstehen konnte, kann sich der 61-Jährige nicht erklären. In dem Schuppen habe sich nur Werkzeug und ein kaputter Rasenmäher befunden.  

Ein Brandursachenermittler wird sich am Dienstag mit den Umständen des Feuers befassen. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. 

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