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Feuerwehr ist Helfer für alles

Bei der Hälfte aller Einsätze werden die Retter nicht zum Löschen gerufen. 

Von Romy Altmann-Kuehr
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Symbolfoto ©  dpa

Die Feuerwehr ist heute Helfer für alles, sagt der Görlitzer Kreisbrandmeister Björn Mierisch. "Technische Hilfeleistung gehört zu unserer täglichen Arbeit." Bei Verkehrsunfällen können die Kameraden zum Beispiel auslaufende Flüssigkeiten wie Öl binden oder die Autobatterie abklemmen, damit es keinen Funkenschlag gibt. Und auch mit Tieren haben die Kameraden immer wieder zu tun. "Ich selbst habe schon die ausgebüxten Pandas aus dem Görlitzer Zoo wieder eingefangen", erzählt Mierisch. Immer wieder gibt es auch den Klassiker: Eine Katze sitzt im Baum fest und kommt nicht wieder herunter. Etwa die Hälfte der Einsätze sind technische Hilfeleistungen, die andere Hälfte Brandeinsätze, so der Kreisbrandmeister. Im gesamten Landkreis fahren die Kameraden etwa acht bis zwölf Einsätze am Tag. Bei solchen stürmischen Wetterlagen noch dazu mit Schneebruch, wie in den letzten Wochen, können es auch schon mal 20 Einsätze täglich sein. Denn dann rücken die Retter oft aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. 

Als eine Schwierigkeit erkennt Björn Mierisch, dass Leute zunehmend wegen vieler Kleinigkeiten den Feuerwehr-Notruf wählen. Das blockiere die Leitungen der Rettungsleitstelle für solche Fälle, in denen es wirklich um Leben und Tod geht. Weniger ausgeprägt sei das auf den Dörfern, so Mierisch. "Da helfen sich die Leute auch mal selbst oder gegenseitig bei kleineren Problemen." Das können zum Beispiel abgeknickte Äste oder Bäume sein, sofern sie nicht auf Straßen liegen. Das Problem sei aber kaum einzudämmen. "Die Leute sollen ja anrufen, lieber einmal mehr, als zu wenig." Er setzt darauf, dass die Einwohner mehr Gespür dafür an den Tag legen, wann es wirklich ernst ist oder wann man sich vielleicht auch selbst helfen könnte. 

Eine große Hilfe für die Feuerwehren sei das zusätzliche Bugdet, das der Freistaat jetzt zur Verfügung stellt. Für jeden aktiven Kameraden gibt es 50 Euro. Über 3.800 Kameraden sind in den freiwilligen Feuerwehren im Kreis Görlitz tätig. Das Geld erhält der Landkreis, der es an die Kommunen weiter verteilt. Das Geld soll den Kameraden direkt zugute kommen. Das kann für ein Fest sein oder auch für Ausrüstung. "Es ist eine Anerkennung für die Arbeit der Feuerwehren." Für Ausstattung bekommt der Landkreis außerdem 1,7 Millionen Euro mehr als bisher. Die Gemeinden können Geld für Anschaffungen aus diesem Topf beantragen. Die Hälfte gibt's dann vom Landkreis dazu, 50 Prozent muss die Gemeinde jeweils selbst zahlen. Insgesamt sieht Mierisch das als positive Entwicklung. Allerdings gebe es auch noch kleine Ortswehren im Kreis, die wenige Einsätze fahren, wo die Bedingungen schlecht sind. Da gibt es manchmal nicht einmal Umkleideräume, die Kameraden müssen sich zu Hause umziehen. Insgesamt setzen die Gemeinden aber viel Geld ein für ihre Feuerwehren, so der Kreisbrandmeister.

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