merken
PLUS Radeberg

Radeberg will Gas-Löschwagen kaufen

Er wäre einmalig in Sachsen. Doch es gibt einen Knackpunkt.

Frank Höhme, Chef der Radeberger Feuerwehr, vor dem neuen Löschwagen HLF 10. Er wird mit Erdgas angetrieben. Die Stadt würde gern solch einen Wagen anschaffen.
Frank Höhme, Chef der Radeberger Feuerwehr, vor dem neuen Löschwagen HLF 10. Er wird mit Erdgas angetrieben. Die Stadt würde gern solch einen Wagen anschaffen. © René Meinig

Radeberg. Blitzblank steht der Wagen vor der Radeberger Feuerwache: Ein neuer HLF 10 mit allen Raffinessen zum Löschen von Bränden sowie für Einsätze bei Verkehrsunfällen. Die Radeberger Wehr braucht so ein gutes Stück. Das alte ist in die Jahre gekommen. Feuerwehrchef Frank Höhme hätte den Wagen also am liebsten gleich dabehalten. Doch diesmal war nur Gucken erlaubt. Der Hersteller hatte ihn extra aus Ulm heranfahren lassen, um die neue Technik zu präsentieren.

Das Besondere an dem 14-Tonnen-Koloss ist der Motor. „Der wird mit Erdgas betrieben. Jetzt, wo bei uns die Neuanschaffung ansteht, haben wir uns nach alternativen Antrieben umgesehen. Das Erdgasfahrzeug ist einfach sauberer als ein Diesel“, sagt Frank Höhme. Das bestätigt auch Jochen Kress vom Hersteller Magirus. „Er erzeugt deutlich weniger Feinstaub und Kohlendioxid. Außerdem ist er leiser als ein Diesel. Mit dem 420 Liter komprimierten Erdgas hat der Wagen eine Reichweite von 250 Kilometern. Der Motor kann vier Stunden im Dauerbetrieb laufen“, sagt er. Bei Bränden und Gas denkt der Laie sofort an Explosion. Doch auch das passt, sagt Falk Lehmann von der Herstellerfirma. „Es gibt zahlreiche Sicherheitsventile, die bei entsprechender Hitze oder bei entsprechendem Druck reagieren.“

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Knackpunkt sind die Kosten

Der Knackpunkt: Der Wagen ist zehn Prozent teurer als die gleich ausgestattete Dieselvariante. Bei den 400.000 Euro Anschaffungskosten ist das ein erheblicher Batzen. Außerdem: Wo wird das Auto aufgetankt? „Idealerweise gleich an der Feuerwache“, sagt Falk Lehmann. Die Kosten für die kleine Feuerwehr-Tankstelle kämen noch obendrauf. Dennoch könnte es für Radeberg günstiger werden, als der Kauf eines Diesels. „Die Förderung ist höher als bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit der Feuerwehr für dieses Fahrzeug ausgesprochen“, sagt Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD). 

Allerdings muss erst abgewartet werden, ob die Anschaffung auch in den Doppelhaushalt der Stadt Radeberg aufgenommen wird. Das Papier wird in diesem Jahr erarbeitet. Der Stadtrat hat hier das letzte Wort.

Auch für den Landkreis Bautzen ist die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs ein Thema, wie die Beigeordnete Birgit Weber sagt. „Wir werden jetzt ausloten, ob es eine Unterstützung aus zusätzlichen Fördertöpfen gibt. Radeberg mit seiner vergleichsweise großen Feuerwehr wäre ein idealer Standort, um Erfahrungswerte mit dieser Technik zu sammeln“, sagte sie. Sollte es zum Kauf kommen, wäre die Radeberger Wehr die erste in Sachsen mit einem solchen Fahrzeug.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg