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Feuerwehrleute feiern Jubiläum

Spitzkunnersdorf. Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 120-jähriges Bestehen.

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Von Grit Lobstein

Ob Bürgermeister oder Schützenverein, Karnevalsclub oder Kirchgemeinde, der Strom an Gratulanten zum 120-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Spitzkunnersdorf riss am Wochenende nicht ab. Mit Geschenken beladen wurde den Jubilaren gratuliert. Sogar eine Linde, so groß wie zwei Feuerwehrmänner, war darunter.

Zwar weilte logischerweise von den Gründungsmitgliedern niemand mehr unter den Feuerwehrmännern. Aber ein Leben ohne die Wehr können sich viele von ihnen nicht vorstellen. So auch Johannes Byhan. Der 79-jährige blickt auf fast 60 Jahre bei der Feuerwehr Spitzkunnersdorf zurück. „Die Technik hat mich immer interessiert“, lacht er und berichtet, dass er seit einem Lehrgang 1947 immer als Maschinist die Technik in Stand hielt.

„Er war gemeinsam mit dem heute 80-jährigem Ludwig Neumann und mit Helmut Bittrich unser Aktivist der ersten Stunde“, wirft Fritz Neumann ein. Er selber war fast 30 Jahre Wehrleiter und weiß, wovon er redet. Johannes Byhan schmunzelt, als er sich an Einsätze erinnert. „Einer ist mir besonders im Gedächtnis geblieben“, erzählt er. Zwar weiß er nicht mehr, welches Jahr es war, aber ein verheerendes Gewitter tobte über dem Ort, als ein Umgebindehaus vom Blitz getroffen wurde und in Flammen stand. „Ich weiß noch, wie der Dorfbach zu einem reizenden Fluss anschwoll und uns die Arbeit erschwerte. Geröll und Äste verstopften den Saugkorb für das Löschwasser. Das war eine Aufregung“, erinnert er sich. Doch nicht nur zu Bränden wird die Wehr gerufen, sondern auch zu Verkehrsunfällen und sonstigen Hilfeleistungen. „Da ist es immer wichtig, dass die Arbeitgeber der Männer uns unterstützen“, weiß Johannes Byhan aus eigener Erfahrung. Viele Jahre war er selbst Betriebsleiter bei der Textilfirma C. F. Weber. Noch heute ist dieser Betrieb ein gutes Beispiel. Denn immer, wenn es nötig ist, unterstützt die Firma die ehrenamtliche Tätigkeit der Wehr.

Heute ist der ehemalige Textilingenieur einer von zwölf Ehrenmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr von Spitzkunnersdorf. Doch zur Ruhe hat er sich nicht gesetzt. So schreibt er zum Beispiel die alten, noch in deutscher Handschrift geschriebenen Berichte ab, so dass sie jeder lesen kann. Einige davon sah man am Wochenende in der Ausstellung zur Feuerwehrgeschichte. Die Spitzkunnersdorfer Turnhalle wurde dazu mit Technik, Helmen, Spritzen und Fotos ausgestaltet.

Doch nicht nur dies war ein Highlight zur Feier. Wettkämpfe, Löschangriff, Seifenkistenrennen und Tanz bis in die Nacht gehörten dazu. Mannschaften aus 38 Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis und eine aus Görlitz mit 353 Teilnehmern zwischen zehn und 18 Jahren kämpften um den Sieg.