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Feuerwehrleute kaufen sich neue Technik

Das gab es viele Jahre nicht mehr: Zum Heiligabend, am 25. und am 26. Dezember hat sich bei uns nicht einmal der Piepser gemeldet. Keine Einsätze in ganz Radebeul“, sagt Uwe Scheinert, Wehrleiter von Kötzschenbroda.

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Das gab es viele Jahre nicht mehr: Zum Heiligabend, am 25. und am 26. Dezember hat sich bei uns nicht einmal der Piepser gemeldet. Keine Einsätze in ganz Radebeul“, sagt Uwe Scheinert, Wehrleiter von Kötzschenbroda. Offenbar sind nicht nur viele Leute zu Hause geblieben und mussten nicht aus dem Graben gezogen werden, auch rund um die Weihnachtsbäume in der Stube blieb alles friedlich – vorerst.

Bombensprengung gesichert

Aufs Jahr 2010 geschaut, sieht das jedoch ganz anders aus. Ohne die rund 150 Kameraden der Feuerwehr in Radebeul geht so gut wie gar nichts. Dass sie Feuer löschen und in Zeiten am Brandherd sind, in denen mancher sich nicht mal anziehen könnte, ist schon selbstverständlich. Dass die 84 aktiven Männer und 13 Frauen aber auch bereit stehen, wenn ein Hilfstransport in die Ukraine gefahren werden muss, wenn Wein- und Karl-May-Fest auf dem Anger oder im Lößnitzgrund gesichert werden müssen oder am Elbufer eine Bombe gesprengt wird, gehört auch zum Einsatzgeschehen 2010.

Rund 200 Mal sind die Feuerwehrleute in diesem Jahr ausgerückt. Mit 137 Einsätzen waren die von der Kötzschenbrodaer Wache am häufigsten im Stress. Im Frühjahr loderte ein Schuppen in Wahnsdorf, wenig später stand eine Autowerkstatt in Serkowitz in Flammen. Am 18. Mai evakuierten die Kameraden die Bewohner aus den Häusern an der Kötzschenbrodaer Straße, weil eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg von Dresden hierher gebracht worden war, die sich nicht entschärfen ließ und gesprengt werden musste.

Im September hatten die Männer um Stadtwehrleiter Roland Fährmann statt mit dem Feuer mit Wassermassen zu kämpfen. „Wir mussten den Lößnitzbach an der Straße des Friedens in Mitte öffnen und das Wasser aus dem Hochland aufs Feld lassen, damit die Anliegergrundstücke nicht überschwemmt werden“, erinnert sich der Feuerwehrchef.

Kurz danach riefen die Nachbarn in Coswig die Radebeuler zu Hilfe, als die EWS-Halle im Gewerbegebiet niederbrannte. Und am 13. November war üben angesagt: Im Brandcontainer trainierten die Kameraden das Eindringen in ein Flammenmeer in einem Gebäude.

Neue Atemschutzgeräte

Auch bei solchen Übungen zeigt sich, dass zum Beispiel die Atemschutzausrüstung mal wieder erneuert werden müsste. Für rund 60000 Euro soll 2011 ein großer Teil der 14 Jahre alten Geräte ausgetauscht werden.

Die größte Investition für Radebeuls Feuerwehrleute wird allerdings der Ausbau der Wache in Lindenau sein. Die Kameraden bekommen eine ordentliche Fahrzeughalle, moderne Sanitäreinrichtungen mit neuen Toiletten, eine frisch geputzte Fassade für ihre Wache und eine für die Fahrzeuge passende Ausfahrt.

Rund 350000 Euro investiert die Stadt mithilfe der Mittel aus dem Konjunkturpaket II in Lindenau. „Die Kameraden dort oben haben es verdient“, sagt Stadtwehrleiter Fährmann. Im nächsten Jahr besteht die Freiwillige Feuerwehr in Lindenau 90 Jahre.

Ein nächster großer Planungsschritt ist der für die Wache in Ost. Zu enge Einfahrt. Zu wenig Platz für die Technik. Es fehlt ein Abstellplatz. Hier müsse bald was getan werden, sagt Fährmann. Zwar ist für eine Modernisierung oder gar den Neubau der Feuerwache noch kein Geld da. Doch 2011 will sich die Stadt gemeinsam mit den Kameraden einen Überblick verschaffen, was notwendig ist. Und: Ob überhaupt der jetzige Standort der richtige ist.

Eiszapfen abschlagen

Die Radebeuler Feuerwehrleute werden gebraucht. Sie haben eigentlich nie Ruhe. In diesen Wintertagen schlagen sie Eiszapfen auf der Drehleiter stehend ab oder schieben gefährliche Schneebretter von Dächern. Und Silvester mit seinen Feuerwerken steht ja gerade erst bevor.Peter Redlich