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Feuerwehrleute sollen sich nur im Notfall treffen

Der Kreisbrandmeister empfiehlt, die internen Ausbildungsdienste in den Ortsfeuerwehren vorerst abzusetzen.

Feuerwehrleute müssen sich ständig ausbilden, damit alles im Ernstfall klappt.
Feuerwehrleute müssen sich ständig ausbilden, damit alles im Ernstfall klappt. © dpa-Zentralbild

Landkreis. Sollen sich die Feuerwehrleute zum Dienst treffen oder nicht? Das wird zurzeit heftig in den einzelnen Feuerwehren diskutiert. Erste Ortswehren haben angekündigt, die Ausbildungsdienste, die aller 14 Tage stattfinden, ausfallen zu lassen. Sie folgen damit der Empfehlung von Kreisbrandmeister Ingo Nestler, der am Montag eine entsprechende Nachricht an alle Stadt- und Gemeindewehrleiter versendet hat.  

"Es ist keine Anordnung, sondern eine Empfehlung", sagt Nestler, "aber ich appelliere dringend an jeden Ortswehrleiter, sich daran zu halten." Die Kreisbrandmeisterei gibt damit eine Empfehlung des sächsischen Innenministeriums weiter, die Dienste in den Feuerwehren auszusetzen, um die Verbreitung des Coronavirus einzugrenzen. "Als Feuerwehr gehören wir zu der kritischen Infrastruktur, um im Notfall für die Bürger da zu sein."

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Nestler hat reagiert und alle Lehrgänge, die von der Kreisbrandmeisterei mit Hilfe von sogenannten Kreisausbildern organisiert werden, mit sofortiger Wirkung bis zum 24. April abgesagt. "Je nach dem, wie sich die Lage ändert, werden wir diese Sperre entweder verlängern oder verkürzen", so der Kreisbrandmeister.

Er hat bereits die für Sonnabend geplante Jahresdienstversammlung für alle Stadt-, Gemeinde- und Ortswehrleiter abgesagt. Sie sollte in der Fachhochschule der sächsischen Verwaltung in Meißen stattfinden. "Wenn wir nicht den Termin abgesagt hätte, hätte es sicher die Fachhochschule getan", so Nestler. 

Auch die Landesfeuerwehrschule in Nardt, wo die Führungskräfte der Feuerwehren ausgebildet werden, habe ihre Angebote gegen Null runtergefahren. 

Momentan gibt es nur eine einzige Ausnahme. Nach wie vor läuft die Belastungsübung für Atemschutzgeräteträger in den FTZ Glaubitz und Coswig. "Wir brauchen sie im Krisenfall", sagt Nestler. Deshalb können die Feuerwehren auf diesen jährlichen Test ihrer Kameraden nicht verzichten.

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Freiwillige Feuerwehrleute sind laut sächsischem Brandschutz- und Katastrophengesetz dazu angehalten, wenigstens 40 Stunden Ausbildung pro Jahr zu absolvieren. Diese wird vor allem in den 14-tägigen Dienst angeboten. Deshalb ist nicht jeder Ortswehrleiter von der Empfehlung des Innenministeriums begeistert, die Ausbildungsdienste wegen des Coronavirus auszusetzen. (SZ)

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