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Feuerwehrmann will in den Stadtrat

Roy Zaspel möchte nicht nur das Ansehen der Feuerwehr stärken. Auch auf die Stadt-Finanzen will er ein kritisches Auge haben.

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Von Tina Soltysiak

Die Belange der Feuerwehren in Leisnig zu stärken ist eines der Ziele, für die sich Roy Zaspel künftig auch im Stadtrat starkmachen möchte. Er kandidiert zur Kommunalwahl am 25. Mai auf der Liste des CDU-Stadtverbandes Leisniger Land. „Ich bin zwar gläubig, aber noch kein Parteimitglied“, sagt Zaspel. Die Christdemokraten stellen im aktuellen Stadtrat mit zehn Vertretern die stärkste Fraktion. „Auch deshalb habe ich mich auf deren Liste setzen lassen“, sagt Zaspel. Er ergänzt: „Es ist einfacher, seine Ziele zu erreichen, wenn man starke, etablierte Partner an seiner Seite weiß.“ Insgesamt schickt die CDU 16 Kandidaten ins Rennen, Roy Zaspel ist auf Platz elf gelistet.

Nicht nur für ihn, sondern für die Kandidaten aller Parteien und Wählervereinigungen, ist die Chance auf einen Platz im Kommunalparlament durch die Eingemeindung von Bockelwitz gesunken. Doch das schreckt den 27-Jährigen nicht ab. Er ist der jüngste Kandidat. „Elke Bull ist zwar zwei Tage jünger als ich, sie ist ja aber eine Kandidatin“, sagt er schmunzelnd.

Im Arbeitsalltag ist Roy Zaspel Anzugträger. In Leipzig arbeitet der gelernte Bankkaufmann als selbstständiger Handelsvertreter für die Landesbausparkasse. Ein Umzug in die Großstadt kommt für ihn aber nicht infrage – „egal, was passiert, ich bin so sehr mit Leisnig verbunden, ich möchte nicht weg“, sagt der Absolvent der Mittelschule Leisnig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau möchte er in Minkwitz ein Haus bauen, Nachwuchs ist geplant.

Kandidatur auf Anfrage

Roy Zaspels Terminkalender ist jetzt schon gut gefüllt: Selbstständigkeit, Handballspielen beim SV Leisnig 90 und jeden zweiten Montag ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Übungstag. Seit nunmehr 20 Jahren ist er in der Leisniger Wehr aktiv. Dort ist er mittlerweile als Schatzmeister tätig. Durch diesen Posten hat er Kontakt zur Stadtverwaltung, wenn es um die Planung von Festen geht. Aufgrund dieser Verbindung ist er zu seiner Kandidatur gekommen. „Ich wurde Mitte vergangenen Jahres von verschiedenen Leuten angesprochen, ob ich mir ein Engagement im Stadtrat vorstellen könnte“, erzählt Roy Zaspel. Er hat darüber nachgedacht und ist dabei zu dem Entschluss gekommen: „Ja, ich möchte mich aufstellen lassen, um meine Ideen und Ziele einbringen zu können.“

Ausgaben infrage stellen

Er ist sich dessen bewusst, dass die Arbeit als Stadtrat viel Zeit in Anspruch nehmen wird. „Ich will aber nicht nur meckern, sondern die Probleme auch anpacken und lösen“, sagt Roy Zaspel. Gern möchte er sich, nicht zuletzt aufgrund seines Berufes, im Verwaltungsausschuss einbringen – mit dem Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Deshalb wolle er auch kommunale Ausgaben infrage stellen: „Bei manchen Investitionen frage nicht nur ich mich, ob das Geld nicht an anderer Stelle besser aufgehoben gewesen wäre“, sagt er. Als Beispiel führt er den Apfelbrunnen auf dem Marktplatz an: „Er wurde für weit über 100 000 Euro gebaut, war kurz danach erst einmal kaputt. Und wer zahlt die anfallenden Wasserkosten?“

Auch bei der Feuerwehrausrüstung sei ihm aufgefallen, dass am falschen Ende gespart wurde: „Manche Dinge waren vielleicht ein, zwei Euro günstiger, halten dafür aber auch nicht so lange wie etwas preisintensivere Materialien.“

Er hofft, dass er auch als parteiloser Kandidat Rückendeckung von den etablierten Räten bekommt. Dennoch wolle er „frischen Wind“ in den Rat bringen. „Es ist bestimmt hilfreich, wenn jemand mit neuen Ideen und einem anderen Blickwinkel auf die kommunalen Angelegenheiten im Stadtrat sitzt“, sagt Roy Zaspel. Er möchte dann nicht nur einen kritischen Blick auf die Finanzlage und die Belange der Feuerwehr haben, sondern auch die Jugendarbeit vorantreiben.