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Löbau

Kaum Geld für Straßen

In Ebersbach-Neugersdorf liegen Bauvorhaben auf Eis, wie die Fichtestraße. Bürger beklagen den Zustand - trotzdem könnte es noch eine Weile so bleiben.

Helena und Volkmar Hübner ärgern sich über den Zustand der Fichtestraße an ihrem Haus in Neugersdorf.
Helena und Volkmar Hübner ärgern sich über den Zustand der Fichtestraße an ihrem Haus in Neugersdorf. © Rafael Sampedro

Die Neugersdorfer Fichtestraße ist und bleibt ein Problemfall. Ein Reparatureinsatz an der Holperpiste vor wenigen Tagen hat die Lage nicht wirklich verbessert, wie Anwohner Volkmar Hübner schildert. Er und seine Frau leben seit 45 Jahren an dem nicht befestigten Abschnitt - und genau so lange mit den vielen Schlaglöchern und Wasserproblemen. Denn auch eine richtige Entwässerung gibt es nicht. 

Ob sich daran bald etwas ändert - auch nach dem jüngsten SZ-Bericht bleibt das fraglich. "Der Zustand ist nach heutigen Maßstäben nicht gut", räumt Bauamtsleiter Matthias Lachmann nun ein. Einfach Schwarzdecke drüber ziehen, geht aber nicht, sagt er. Ein grundhafter Ausbau wäre nötig, damit die Straße dauerhaft hält. In absehbarer Zeit wird daraus aber wohl nichts. Im aktuellen Haushalt für 2020 ist jedenfalls dafür kein Geld vorgesehen, so Lachmann. Die Beratungen zum Haushalt für die beiden Folgejahre 2021 und 2022 werden in den nächsten Wochen in der Stadtverwaltung beginnen.

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Allerdings: Vorrangig werden Straßensanierungen so geplant, dass sie gleich mit Baumaßnahmen an Medien und Leitungen einhergehen. Das ist effektiver, weil man die Straße ja ohnehin aufbuddeln muss, um Kabel oder Rohre zu verlegen. Nicht immer habe die Stadt aber das Geld, tatsächlich gleich die Straßendecke mit zu erneuern. 

Keine Fördermittel für Straßen

Zwar habe der Eigenbetrieb Abwasser in den nächsten Jahren eine ganze Reihe von Bauvorhaben an Kanälen im Ortsteil Neugersdorf geplant. Dadurch soll vor allem Ordnung ins Mischwassersystems gebracht und das entflochten werden. Für Hübners Abschnitt der Fichtestraße gebe es aber derzeit keine Pläne. Im Fall der Fichtestraße, so Bauamtsleiter Lachmann, seien auch erst einmal keine Erneuerungen irgendwelcher Medien oder Leitungen geplant. Das heißt: für eine Straßensanierung sieht es schlecht aus.

Die Fichtestraße ist laut Lachmann aber nicht die einzige schlechte Straße, deren Erneuerung auf Eis liegt. Die Stadt hat für eine ganze Reihe von Straßenbaumaßnahmen Fördermittel beantragt, allerdings noch keine Zusagen erhalten. Und ohne die finanzielle Unterstützung geht es nicht. Ein weiteres Problem: Kosten können kaum längerfristig abgeschätzt werden. Das hätten auch die Ausschreibungsergebnisse der letzten Jahre gezeigt, so Lachmann.

Eine Notlösung hat die Stadt parat: Man bemühe sich, die Befahrbarkeit der Straße sicherzustellen, sagt der Bauamtsleiter.  Ausgespülte Stellen werden zeitnah ausgebessert. So wie jetzt vor wenigen Tagen. Da wurden die Löcher laut Anwohner Volkmar Hübner mit einem Lehm-Sand-Gemisch aufgefüllt. Das allerdings entwickelt sich bei Niederschlag zu einer schlammigen Pampe, berichten die Anwohner. 

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