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Heute ist Dynamo gefordert - mit einem neuen Stürmer?

Vor dem Heimspiel gegen Heidenheim steht die SGD noch ohne Punkte da, hat aber ganz neue Möglichkeiten. Der Trainer ist hin- und hergerissen.

Cristian Fiel bespricht mit Neuzugang Luka Stor die taktische Ausrichtung - und dessen Platz in der Anfangself?
Cristian Fiel bespricht mit Neuzugang Luka Stor die taktische Ausrichtung - und dessen Platz in der Anfangself? © dpa/Robert Michael

Von Druck will er nichts wissen, überhaupt ist dieses Heimspiel heute um 13.30 Uhr gegen den 1. FC Heidenheim für Dynamo-Trainer Cristian Fiel eine ganz normale Partie. Dass seine Mannschaft nach zwei Spielen punktlos auf dem vorletzten Tabellenplatz steht - hat er zur Kenntnis genommen, mehr nicht. 

"Für mich kein Problem, das zu sehen", meint der 39-Jährige, und er ist, zumindest bezogen aufs Statistische, tatsächlich so teilnahms- und emotionslos wie er auch äußerlich wirkt.

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Andere Sachen, meint Fiel, würden Druck verursachen, nicht aber diese Ausgangslage vor dem dritten Saisonspiel. Und doch ist es zu diesem frühen Saisonzeitpunkt schon mehr als richtungsweisend. Man stelle sich nur vor, Dynamo würde ein weiteres Mal verlieren. Spielt es dann noch eine Rolle, wie das Ergebnis zustande gekommen wäre?

Fiel denkt positiv und wiederholt fast schon gebetsmühlenartig, dass die Mannschaft am heutigen Sonntag anfangen werde, Punkte zu holen.

Ausgerechnet Heidenheim, ein undankbarer Gegner

Mit Heidenheim erwartet die Dresdner in jedem Fall eine äußerst undankbare Aufgabe. Kleiner Name, kaum bekannte Spieler - für Dynamo sind das in der Vergangenheit immer die gefährlichsten Gegner gewesen. In der Vorsaison verlor man beide Partien gegen die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt, in der Hinrunde vor einem Jahr übrigens am 3. Spieltag im Rudolf-Harbig-Stadion. Es war nach der Trennung von Uwe Neuhaus zugleich Fiels Premiere als Interimstrainer.  Endstand: 1:3.

Das darf, das soll, das muss diesmal anders werden, sagt Fiel. Sein Eindruck der vorangegangenen Tage stimmt ihn optimistisch. "Mir gibt die Mannschaft nicht das Gefühl, dass sie verunsichert ist", betont der Trainer und erinnert trotz der zwei Niederlagen zu Saisonbeginn an die keinesfalls enttäuschenden Leistungen. So zumindest seine Sicht auf die Dinge: "Ich habe gesehen, was wir auf dem Platz gemacht haben. Und da habe ich viel Gutes gesehen."

Seine Chancen auf einen Platz in der Anfangself sind noch größer: Neuzugang Alexander Jeremejeff gilt als spiel- und kopfballstark.
Seine Chancen auf einen Platz in der Anfangself sind noch größer: Neuzugang Alexander Jeremejeff gilt als spiel- und kopfballstark. ©  dpa/Robert Michael

Bleibt die Frage nach der Aufstellung, und die ist heute ein noch größeres Geheimnis. Wie immer hat Fiel auch den Spielern die Startelf erst kurz vor knapp bekanntgegeben.  Ist schließlich ein völlig normales Spiel für ihn. "Der Trainer macht das ganz geschickt. Niemand weiß hundertprozentig, ob er spielt", erklärt der erfahrene Neuzugang Chris Löwe, der eigentlich gesetzt sein sollte - und sich am zweiten Spieltag überraschend doch auf der Bank widerfand.

Und diesmal? Denkbar ist wirklich alles. Was Fiel zuletzt schon bewies, als er die Aufstellung in großen Teilen veränderte. Und weil ihm heute bis auf Marco Hartmann und Vasil Kusej alle Profis zur Verfügung stehen - inklusive der in dieser Woche verpflichteten Stürmer Alexander Jeremejeff und Luka Stor. 

Die Neuzugänge sind fit, aber auch schon integriert?

Doch Fiel dämpft die Erwartungen an die Neuzugänge und verweist auf Eingewöhnungs- und Anpassungszeit, die gerade neu verpflichtete Spieler aus dem Ausland benötigen. Das bestätigt auch Chris Löwe: "Man hat im Training ihre fußballerische Qualität gesehen, aber wir sollten beiden schon mal ein bisschen Zeit geben." 

Könnte bedeuten: Jeremejeff und Stor, die bislang in der ersten schwedischen bzw. slowenischen Liga regelmäßig gespielt haben und demnach körperlich fit sind, nehmen erst einmal auf der Reservebank Platz und kommen - je nach Spielverlauf - eventuell noch zu ihrem Debüt. Dann würde Fiel vorerst weiter mit einem Stürmer spielen lassen und wahrscheinlich Moussa Koné aufbieten.

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