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Fiel möchte den Torschützen gern behalten

Dzenis Burnic sichert den Sieg gegen St. Pauli und damit Dynamo den Klassenerhalt. Doch wie es mit ihm nach der Saison weitergeht, ist offen. 

Dzenis Burnic trifft erstmals für Dynamo. Womöglich bleibt es auch sein einziger Treffer.
Dzenis Burnic trifft erstmals für Dynamo. Womöglich bleibt es auch sein einziger Treffer. © Foto: Lutz Hentschel

Noch bevor er den wartenden Journalisten die Einzelheiten seines Siegtreffers erläutern konnte, wurde Dzenis Burnic von Cristian Fiel herangewunken. Kurz nahmen beide auf der Trainerbank Platz. Was nur gab es so unmittelbar nach dem 2:1 gegen St. Pauli zu besprechen?  "Er hat mich gefragt, wie es mir geht", sagte Burnic, als er schließlich in der Medienrunde angekommen war, und grinste schelmisch. 

Sicher gab es Tiefgründigeres zu bereden, doch selbst die banale Frage hätte durchaus gepasst an diesem Abend, der für den Mittelfeldspieler der bisher turbulenteste in seinem gut dreimonatigem Engagement bei Dynamo war. Erst ein ungewohnt fahriger Beginn, dann die fünfte gelbe Karte, der Siegtreffer natürlich und schließlich die noch ein wenig gebremsten Feierlichkeiten für den zu diesem Zeitpunkt erst  zu 99 Prozent feststehenden Klassenerhalt. "Es war ein bisschen wie auf einer Achterbahn", verglich er die 90 Minuten, die fulminant endeten und mit vielen Fehlern  begonnen hatten.

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"Ich bin nicht richtig reingekommen in dieses Spiel, war nicht von der ersten Minute da", gestand er. Während einer Verletzungsunterbrechung musste er zum ersten Mal an diesem Abend zu seinem Chef. An der Seitenlinie wurde er von Fiel "wachgerüttelt", wie  es der 20-Jährige später beschrieb. "Er hat mir gesagt, ich soll einfach weitermachen." Das funktionierte, Burnic steigerte sich und knüpfte an seine Leistungen der vergangenen Wochen an. Zur Krönung erzielte er den 2:1-Endstand, seinen Premierentreffer für Dynamo. "Ich habe in dem Moment nicht groß nachgedacht, sondern einfach draufgehalten", erzählte er. "Da sind die Emotionen explodiert." Die Beschreibung  deckt sich mit dem Bildern vom wild schreienden Burnic, der mit weit aufgerissenem Mund Richtung K-Block sprintet.

Dass der Treffer auch noch, wie sich einen Tag später herausstellen sollte, den Klassenerhalt besiegelte, macht ihn besonders wertvoll.  Womöglich bekommt das Tor sogar ein drittes Prädikat. Dann nämlich, wenn der Deutsch-Bosnier am Saisonende zu Borussia Dortmund zurückkehrt und der Treffer gegen St. Pauli sein einziger bei seiner Leihstation Dresden bleibt. 

Vielleicht hatten Fiel und er auf der Trainerbank auch über die Zukunft gesprochen. Selbst wenn - anmerken ließ sich das Burnic nicht. "Ich weiß  selbst noch nicht, wie es weitergeht. Es ist alles offen, aber auch noch ein bisschen Zeit", sagte er. Er fühle sich sehr wohl in Dresden, aber letztlich sei das "eine Sache zwischen den beiden Vereinen". Stand jetzt, kehrt er in der Sommerpause nach Dortmund zurück, wo sein Vertrag noch ein Jahr läuft. Für eine weitere Ausleihe müsste der BVB mit Burnic verlängern, oder der Bundesliga-Zweite lässt ihn ziehen. Zum Nulltarif wird die Borussia den Junioren-Nationalspieler aber sicher nicht gehen lassen. Das Geld könnte letztlich also über den Transfer entscheiden.

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Wenn es nach Fiel geht, sollte Dynamo schon mal eine Summe beiseite legen. "Er hat viel Qualität und steht jede Woche seinen Mann", lobte der Trainer seinen Abräumer vor der Abwehrkette. "Ich hätte nichts dagegen, wenn er nächste Saison in meinem Kader wäre."  Burnic erkämpfte sich sofort einen Stammplatz, als er Anfang Februar nach Dresden kam. Maik Walpurgis setzte ihn zunächst noch auf der linken Seite ein, Nachfolger Fiel im zentralen defensiven Mittelfeld. Dort ist er deutlich effektiver und für sein Alter schon erstaunlich konstant.  Beim letzten Auswärtsspiel der Saison in Kiel fehlt er allerdings wegen einer Gelbsperre. Beim Finale gegen Paderborn wird er wieder dabei sein. Und dann? "Ich bin selbst gespannt", sagt er und grinst wieder.