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Filmkultur für alle erreichbar machen

Wenn sich ein Filmabend wie ein Festival anfühlt. Mit dabei unter anderem: viel Mechanik, ein Halmaspiel und Herr Socke.

Nach der Auftaktveranstaltung im Fließhof im letzten Sommer feiert das Projekt film.land.sachsen nun nach dem ersten Jahr wieder in Hoyerswerda.
Nach der Auftaktveranstaltung im Fließhof im letzten Sommer feiert das Projekt film.land.sachsen nun nach dem ersten Jahr wieder in Hoyerswerda. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Vor einem Jahr hat der Filmverband Sachsen e.V. das Projekt „film.land.sachsen“ auf den Weg gebracht. Damals fand die Auftaktveranstaltung in Hoyerswerdas Fließhof statt. So sollte es auch in diesem Jahr sein, aber eine Verlegung in den Sommergarten der Kulturfabrik war aufgrund des Abstandsgebotes nötig. Der Platz war dennoch gut gefüllt an diesem Abend des vergangenen Freitags.

Neben einheimischen Gästen waren viele Kooperationspartner vertreten. Darunter auch Sebastian Hecht, Geschäftsbereichsleiter für Kultur und Tourismus des Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der die Veranstaltung eröffnete. Er dankte dem Engagement der vielen Beteiligten und wünschte eine erfolgreiche zweite Saison dieses Formates.

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Kino, Konzerte, Gespräche: Am 24. September geht das Neiße Filmfestival in seine 17. Auflage – die nicht umsonst den Untertitel "Wild Edition 2020" trägt.

Denn ab August gehen nun neue Filmprogramme auf Tour. Wie zuvor wird aus verschiedenen Festivalbeiträgen ein stimmiger Abend modelliert.Letzten Freitag wurden die Filme durch ein Gespräch mit Regisseur Michael Chlebusch ergänzt. Sein Film „Die Mechanik oder: wie man auf sich acht gibt“ war wohl einer der tiefgründigsten Stücke an diesem Abend. Ein Kulissenfilm mit allerlei mechanischen Bauten, der zum Nachdenken anregt: Wie viel gibt man von sich auf, um anderen zu helfen? Das Publikum lauscht, Fragen kommen keine, aber vermutlich viele Gedanken. Der Abspann verrät, Nina Kummer, Sängerin der Chemnitzer Band Blond spielt die Hauptrolle.

Nach einem kurzen filmischen Rückblick wurde die Spielzeit von etwa hundert Minuten mit fünf Filmen gefüllt. Zu Beginn die achtminütige Animation über zwei Wesen, die sich gegen ihre Verbindung miteinander sträuben, gegensätzliches wollen und ganz anderes erhalten.

In den folgenden 14 Minuten wird die Familiengeschichte von Regisseurin Betina Kuntzsch mit vielerlei Motiven aufgearbeitet. In dem „Halmaspiel“ geht es ebenso um die späten Jahre des zweiten Weltkriegs wie auch um das Leben in der DDR. Ein Blick in eine von vielen Geschichten.

Besonders viel Applaus erntet „Lychen 92“. Nach der Wende ist einiges anders und das verarbeiten Eltern und Kinder in diesem Sommerurlaub auf dem Zeltplatz sehr unterschiedlich. Zwischen „Namaste“ und Systemkritik gibt es vor allem auch Einblick in die Erlebnisse der Kinder.

Den Abschluss bilden die Bemühungen von Herrn Socke, der in „Das beste Orchester der Welt“ möchte, aber mit Vorurteilen konfrontiert wird. Denn welche Socke spielt schon Kontrabass?

Vereinen, Gemeinden, Privatpersonen, Initiativen soll durch film.land.sachsen ermöglicht werden, Filmkultur vor der Haustür und nicht erst in der nächsten Großstadt erleben zu können. Der Filmverband unterstützt Interessierte.

www.filmlandsachsen.de

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