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Finale am Fels

Die Sebnitzer Bergsteiger beenden wie üblich ihre Klettersaison – eine Tradition, die so manchen noch überrascht.

Von Thomas Möckel

Auf den letzten Satz seines Schreibens hätte Gunter Seifert in diesem Jahr getrost verzichten können. Immer, wenn er zum alljährlichen Abklettern einlädt, formuliert der Chef der Sebnitzer Ortsgruppe des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) sicherheitshalber eine sich stets wiederholende Passage. Bei Regen oder anhaltender Nässe, heißt es da, müsse das Abklettern ersatzlos ausfallen. Saugt der Sandstein das Nass auf, wird er mürber als sonst, Bergsteiger finden keinen Halt mehr, klettern wird dann unmöglich oder lebensgefährlich. Doch in diesem Jahr war den Gipfelstürmern das Wetter wohlgesonnen, es zeigte sich in bester Saisonausklangs-Laune.

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Bei herrlichem Herbstwetter trafen sich die Sebnitzer Bergsteiger am Reformationstag zu ihrem traditionellen Finale am Fels. Das Ziel war – wie auch in den vergangenen Jahren – die „Kleinsteinwand“ im Wildensteiner Gebiet.

Wenn auch die Temperaturen am Morgen noch unter dem Gefrierpunkt lagen, lockte die durch das nur leichte Gewölk scheinende Herbstsonne schon bald die Kletterfreunde heraus. Gegen 10 Uhr, erzählt Seifert, war an der Kleinsteinwand schon reger Kletterbetrieb zu beobachten. Immer neue Bergfreunde trafen bis 11 Uhr am Treffpunkt in der Kleinsteinhöhle ein, insgesamt waren etwa 30 Kletterer der Einladung zum Saisonende 2013 gefolgt. Hinzu kam noch eine Reihe weiterer Gäste, die vom Abklettern erfahren hatten.

Mit Lust und Freude wagten sich die Gipfelstürmer an die verschiedenen Aufstiege, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden nach oben führen. Derart großes Interesse am Fels führte zu manch einem Stau am Berg: Laut Seifert gab es an einigen besonders beliebten Routen sogar Wartezeiten, die die Kletterer aber angesichts des schönen Wetters klaglos in Kauf nahmen. „Das diesjährige Abklettern war für alle Beteiligten ein schöner Erfolg“, sagt Seifert. Gleiches resümierten auch die größtenteils überraschten Gäste. Denn ein solches Saisonende, das inzwischen auf eine über Jahrzehnte hinweg gewachsene Tradition verweisen kann, war vielen bislang unbekannt. Wenn es nun terminlich passt, wollen sie auch im kommenden Jahr am Reformationstag mit dabei sein, wenn sich die Sebnitzer Kletterer zu ihrer Jahresendtour treffen.