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Finale in Rom winkt

Auszeichnung. Die Freie Werkschule steht mit ihrem Stadtmodell ab Sonnabend in der letzten Runde des weltgrößten Schülerwettbewerbs.

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Von Peter Anderson

Die Frauenkirche erhebt sich neben einer usbekischen Moschee. Ein Stückchen weiter findet sich das Brandenburger Tor. Die Idee des Schülerteams der Freien Werkschule Meißen ist originell und simpel zugleich.

Zusammen mit ihrer Partnermannschaft aus Zarafshan in Usbekistan haben die sächsischen Schüler eine Modellstadt geschaffen, die die Vorzüge deutscher und usbekischer Städte in sich vereint. Eine Art Reiseführer hilft den Besuchern, sich zu orientieren.

Drei deutsche Teilnehmer

Am kommenden Wochenende stellt eine kleine Delegation der Werkschule ihre Zentrum der Kulturen zusammen mit den Usbeken in Rom beim Schülerwettbewerb Mondialogo vor. Der von Daimler Chrysler und der Unesco unterstützte Ausscheid gilt als der größte seiner Art weltweit. Rund 35 000 Schüler beteiligten sich nach Angaben der Initiatoren an der Mondialogo 2005/2006. 50 Schulen aus 37 Ländern wurden für das jetzt anstehende Finale in Rom ausgewählt. Darunter drei deutsche Teams aus Meißen, Berlin und Stuttgart. Eine Jury aus bekannten Politikern, Malern und Archäologen aus aller Welt wird am Montag Abend die drei Gewinner küren. Neben dem Mondialogo-Pokal erhalten die Sieger 1 500, 1 000 bzw. 500 Euro.

„Wir werden uns allergrößte Mühe geben, bei der Präsentation eine möglichst gute Figur zu machen“, sagt Thomas Förster, der an der Freien Werkschle das Projekt Zentrum der Kulturen betreut hat. Der E-Mail-Austausch mit den Partnern in Usbekistan ist in den letzten Wochen noch einmal angeschwollen. Welche Hintergrundmusik eignet sich am besten? In was für Klamotten sollte man das Projekt vorstellen? Tracht oder eher abendlich-festlich? Fragen über Fragen, auf die Antworten gefunden werden mussten.

Aller Anfang ist schwer

Dorothee Neidhardt, die Geschäftsführerin der Freien Werkschule, ist die Freude über den Erfolg ihrer Schüler deutlich anzumerken. „Wir nehmen eigentlich an einer ganzen Menge von Wettbewerben teil“, so die Werkschulchefin. Die Nominierung für die letzte Runde in Rom sei allerdings bislang der größte Erfolg. „Das hat unter allen Schülern und Lehrern eine gewisse Euphorie ausgelöst“, sagt Dorothee Neidhardt.

Dabei war der Anfang für die Meißner sprichwörtlich schwer. Der erste Partner, den die Mondialogo-Organisatoren ihnen zugedacht hatten, erwies sich ein Reinfall. Die Madegassen meldeten sich schon bald nach dem ersten Kontakt nicht mehr. In Amerika erging es den Sachsen nicht viel besser. Auch ihre zweite Anlaufadresse in Kuba blieb nach Anfangserfolgen stumm. Erst die Usbeken in Asien erwiesen sich als Volltreffer. Schnell einigte man sich auf Englisch als Verkehrssprache und fand eine gemeinsame Idee. Ihre Beharrlichkeit bei der Kontaktaufnahme wurde den Werkschülern im Zwischenausscheid als Bonus angerechnet. Vielleicht liefert sie auch den entscheidenden Pluspunkt im Finale.

www.mondialogo.org