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Finanzspritze für Haus Schminke

Sachsens Innenminister Wöller hat am Freitag in Löbau einen Scheck übergeben und Wissenswertes zum Thema Bauhaus mitgenommen.

© Rafael Sampedro

Von Andreas Herrmann

Löbau. Das Haus Schminke in Löbau erhält finanzielle Unterstützung aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaates Sachsen und dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Sachsens Innenminister Professor Dr. Roland Wöller hat dazu am Freitag die Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt 165 400 Euro – davon 62 400 Euro Landesmittel – an die Stiftung Haus Schminke übergeben. Damit können Risse im Außenputz und Schäden am Dach beseitigt sowie die Terrassenflächen an dem Baudenkmal abgedichtet werden.

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„Mit unserem Sonderprogramm erhalten wir national wertvolle und besonders hochwertige sächsische Kulturdenkmale wie das Haus Schminke. Es ist eines der weltweit vier herausragenden Beispiele der Stilrichtungen ‚Neues Bauen’ und ‚International Style’. Nun kann dieses ehemalige private Wohnhaus, das als bedeutendes Bauhaus-Zeugnis gilt, saniert werden und zum Bauhaus-Jubiläum 2019 in frischem Gewand erstrahlen. Durch die gemeinsame finanzielle Förderung der Instandsetzung seiner Bausubstanz durch Bund und Land übergeben wir diesen Denkmalschatz auch an künftige Generationen“, sagte Innenminister Roland Wöller im Beisein von Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) und der Leiterin des Hauses Schminke, Claudia Muntschick. Es mache Denkmalschutz und Architektur durch innovative Projekte für Jung und Alt erlebbar. So könne das Haus beispielsweise für Übernachtungen gebucht werden und spezielle Programme wecken bei Schülern nicht nur das Interesse für das Haus Schminke, sondern auch darüber hinaus für die Bewahrung von Kulturdenkmalen, so Wöller. „Projekte wie diese geben dem Denkmalschutz in Sachsen moderne gesellschaftliche Impulse“, sagte der Innenminister, der selbst zum ersten Mal in der Scharoun-Villa war und sich bei bestem Sonnenwetter auch Zeit genommen hatte, das Haus und seine Mitarbeiter kennenzulernen. Claudia Muntschick, die sich seit ihrer Studienzeit für Architektur und Denkmalpflege besonders der Bauhaus-Zeit engagiert, erläuterte dabei die funktionalen Zusammenhänge zwischen Alltagsleben und Inneneinrichtung, die den Charakter des Hauses bestimmen. Beim Dialog zwischen Minister Wöller und den Mitarbeiterinnen Julia Bojaryn und Merte Storck erfuhr der Minister auch Einzelheiten über die publizistische Arbeit im Haus Schminke. Das Haus Schminke ziehe Fans und Kenner der modernen Architektur aus der ganzen Welt an, so Claudia Muntschick, die auf bestehende Kontakte nach Regensburg, Zürich und in den US-Bundesstaat Ohio verwies.

Auch Löbaus OB Buchholz freut sich über die Finanzspritze: „Als Vorsitzender der Stiftung bin ich sehr froh, dass es mit den Fördermitteln geklappt hat.“ Stückweise gehe es bei der Sanierung voran, auch die noch mit dem Denkmalschutz zu besprechenden Dinge seien nun geklärt. Für den Architekten Alf Furkert war besonders wichtig, dass er mit dem Minister einige Dinge besprechen konnte, die genehmigungsrechtlich noch beim Bau im Wege stehen. Auch ihm war das Erklären des Hauses sehr wesentlich, denn viele Einzelheiten und architektonische Ideen, die das Haus so einzigartig machen, sehe man beim einfachen Durchgehen nicht unbedingt sofort. Neben dem Haus Schminke in Löbau erhalten insgesamt 44 weitere Objekte diese finanzielle Unterstützung, so beispielsweise die Burg Schönfels in Lichtentanne, die St. Moritz Kirche in Taucha, das Bergbaumuseum Historische Zinnwäsche in Altenberg und das Rittergut Limbach in Wilsdruff.