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Zittau

Findling versperrt Autodieben den Weg

Die Stadt Ostritz hat an der Grenzbrücke ein Schlupfloch nach Polen verschlossen. Diebe hatten es offenbar schon für den Fahrzeugklau vorbereitet.

Über die Ostritzer Grenzbrücke kommen sie nun nicht mehr: Ein großer Findling versperrt Autodieben jetzt den Weg nach Polen.
Über die Ostritzer Grenzbrücke kommen sie nun nicht mehr: Ein großer Findling versperrt Autodieben jetzt den Weg nach Polen. © Foto: Stadtverwaltung

Über die Grenzbrücke an der Ostritzer Bahnhofstraße kommen Fahrzeugdiebe nun nicht mehr: Ein großer Findling versperrt ihnen seit dieser Woche den Weg nach Polen. Die Stadt hat den kubikmetergroßen Stein auf den Fußweg direkt vor die Brücke setzen lassen. 

In letzter Zeit hat es in Ostritz und Umgebung wieder vermehrt Diebstähle gegeben, erklärt Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos). "Wir überlegen schon lange, wie wir an dieser Stelle eine Durchfahrt verhindern können", sagt sie. Die Installation des Steines sei die einzige Möglichkeit dafür gewesen, nachdem Anfang des Jahres auf polnischer Seite ein Überfahrschutz beseitigt worden war und die Brücke danach auch zunehmend für motorisierte Überfahrten genutzt wurde. 

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Der Findling sei aber nur ein Teil der Maßnahmen, die die Stadt zusammen mit der Polizei eingeleitet hat, sagt die Bürgermeisterin. Die Stadt werde sich auch weiterhin für eine Videoüberwachung an diesem Standort stark machen - so wie es auch an anderen Stellen, wie in Radmeritz oder Görlitz, möglich geworden ist. Außerdem, so kündigt die Bürgermeisterin an, werde es zu diesem Thema demnächst einen Termin in Ostritz mit der Polizei, der Stadtverwaltung und interessierten Bürgern geben, um gemeinsam weitere geeignete Maßnahmen abzustimmen

Für die Ostritzer ist die Brücke als Fußgängerbrücke wichtig, weil ihr Bahnhof auf der anderen Seite der Neiße liegt. Der Stein wurde deshalb so gelegt, dass auch Rollstuhlfahrern und Kinderwagen der Zugang zum Bahnhof ungehindert  möglich ist. Maßnahmen auf der Brücke selbst sind von deutscher Seite aus nicht möglich, da sie in die Hoheit der polnischen Seite fällt. 

Aber schon seit Jahren ist es in Ostritz ein großes Problem, dass die Brücke eben nicht nur von Reisenden, sonder sehr oft auch von Kriminellen genutzt wird, die über diesen Weg ihr Diebesgut nach Polen transportieren. Zwar ist sie für Autos eigentlich zu schmal, vor Kurzem aber hatten die Ostritzer festgestellt, dass ein Teil der Geländer-Einengung weggesägt worden war. "Das könnte bedeuten, dass die Brücke für Fahrzeugdiebstähle vorbereitet worden ist", vermutet der Ostritzer Stadtrat Thomas Göttsberger. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass jetzt am Grenzübergang von Hagenwerder nach Radomierzyce (Radmeritz) mehrere Überwachungskameras installiert sind. Das könnte die Autoschieber veranlasst haben, sich einen alternativen Weg über die Neiße zu suchen.

Einen Findling vor die Grenzbrücke zu legen, sagt Göttsberger, das hatte er schon 2015 im Stadtrat vorgeschlagen. Umso mehr freue er sich jetzt, dass seine Idee nun umgesetzt worden ist.  Auch die Bürgermeisterin ist froh über die unkomplizierte Lösung und hofft, mit dieser Maßnahme der Grenzkriminalität ein wenig Einhalt gebieten zu können. In den kommenden Tagen wird durch die Straßenmeisterei des Landkreises Görlitz noch eine andere Absperrschranke als die derzeit nur provisorisch angebrachte montiert. 

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