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Firma Söhner in Reinholdshain kommt den Familien ihrer Mitarbeiter entgegen

Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) informiert sich in der Produktion über Familienfreundlichkeit.

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Von Franz Herz

Evelyn Braune aus Luchau ist ein Beispiel dafür, wie die Steffen Söhner GmbH mit ihren drei Werken in Schlottwitz, Glashütte und Reinholdshain ihren Mitarbeitern in familiären Belangen entgegenkommt. Darüber berichtete die junge Mutter gestern, als Thomas Jurk, der sächsische Minister für Wirtschaft und Arbeit (SPD), die Produktion der Firma besuchte. Jurk wollte wissen, wie Familie und Wirtschaft zu vereinbaren sind, speziell jetzt in der Krisenzeit. Dazu hatte er erst in Pirna die Fahrzeugelektronik besucht und anschließend Söhner in Reinholdshain.

Hier arbeitet Evelyn Braune in der Endkontrolle. Ihr Mann Sven ist in Schlottwitzer Werk im Versand tätig. Das kommt bei Söhner oft vor. „Wir stellen bei gleicher Eignung bevorzugt die Angehörigen unserer Mitarbeiter ein“, sagt Personalchef Roger Schweigert. Nach seinen Erfahrungen integrieren sich Angehörige von Mitarbeitern leichter im Unternehmen.

Allerdings zeigt sich in der jetzigen Wirtschaftskrise eine Schattenseite der Familienbeschäftigung. Bei Söhner herrscht Kurzarbeit, und das trifft Familien mit mehreren Betriebsangehörigen heftiger. Die Werksleiter haben den Wirtschaftsminister gebeten, bei Regelungen für Kurzarbeit und Sozialpläne auf eine Entlastung für mehrfach betroffene Familien zu achten.

Söhner arbeitet zu 90 Prozent für die Automobilindustrie. Diese brach Ende letzten Jahres stark ein, deswegen hat das Unternehmen einen Umsatzrückgang um ein Drittel zu verzeichnen. Für Familie Braune bedeutet das im März sieben Tage Ausfall beim Ehemann durch Kurzarbeit. Der Versand ist stärker betroffen als die Produktion, wo Evelyn Braune arbeitet. Bereiche im Unternehmen wie die Entwicklung arbeiten voll, in anderen fallen bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit aus, informierte Manfred Müller, der Technische Leiter.

Familie Braune hat zwei Kinder, den dreijährigen Arthur und den vierjährigen Oskar. Zum Ende der Elternzeit stieg die junge Mutter langsam wieder ein und machte erst einige Abendschichten. „In der Zeit konnte mein Mann die Kinder nehmen. Ich kam mal wieder raus und verlor den Faden auf der Arbeit nicht“, erzählt die Mutter.

Für junge Muttis wie auch für ältere Mitarbeiter gibt es bei Söhner Sonderschichtpläne. Außerdem achtet die Firma darauf, dass sie den Kontakt zu den Kollegen während der Elternzeit hält. Auch dann sind Einladungen zu Betriebsfeiern oder das Zusenden des Mitarbeiterbriefs selbstverständlich. „Es lässt sich nicht beziffern, was es bringt. Aber wir sind überzeugt, dass es sich lohnt, den Familien entgegenzukommen und dass die Werte, wie sie in einer Familie gelebt werden, sich auch im Betrieb positiv auswirken“, sagt Schweigert.