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Firmenchef sagt Rathaus Wilsdruff den Kampf an

Die Firma DLS Schumann aus Freital wirft der Stadtfalsche Abrechnung beimWinterdienst vor.

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Von Peter Hilbert

Rainer Schumann ist stinksauer. „Der Imageschaden für meine Firma ist nicht bezifferbar“, wettert der Geschäftsführer des Freitaler Dienstleistungsunternehmens DLS Schumann. Ursache seines Zorns ist die Abrechnung der Wilsdruffer Winterdienstkosten. Die hatte die Stadt aufgelistet und zur jüngsten Ratssitzung vorgestellt. Danach war DLS Schumann mit 2 842 Euro pro Kilometer wesentlich teurer als die ebenfalls eingesetzte Agrargenossenschaft Dresdner Vorland Grumbach (751 Euro) und die Herzogswalder Agrar GmbH (1 359 Euro).

Schumann habe nun schon zahlreiche Anrufe bekommen, er müsse doch überhaupt keine Zeit mehr haben, weil er ständig sein Geld umschaufeln muss. „Wir sind sogar preiswerter gefahren als die Agrargenossenschaften“, hält Schumann jetzt dagegen. Die Rechnung sei schlicht und einfach falsch. „Die Zahlen sind aus der Luft gegriffen. Das ist eine bodenlose Frechheit.“

Dafür führt er mehrere Beispiele an. Das Rathaus habe bei seiner Firma die Materialkosten fürs Salz mit eingerechnet. Salz und Splitt für die Agrarbetriebe seien hingegen vom Wilsdruffer Bauhof geliefert worden, seien bei der Rechnung also nicht berücksichtigt. Zudem habe der Bauhof die Agrarbetriebe noch beim Winterdienst unterstützt. Die DLS Schumann sei außerdem im Gewerbegebiet Kesselsdorf für die 16 Kilometer Straße mit der höchsten Priorität zuständig gewesen. Da sei immer geräumt gewesen. Den Stundenpreis für den Winterdienst von 46 Euro habe er bei der Ausschreibung im vergangenen Jahr angeboten. Nichts anderes sei abgerechnet worden.

„Ich hätte nicht so viel Arbeit beim Winterdienst in Dresden, Freiberg und auf der Autobahn, wenn ich zu teuer wäre“, argumentiert Schumann. Die Auflistung wertet er als grobe Pflichtverletzung des Wilsdruffer Rathauses.

„Die Firma Schumann hat eine gute Arbeit geleistet“, räumt Wilsdruffs Beigeordneter Andreas Clausnitzer (CDU) ein. Er bestätigte der SZ, dass Splitt und Streusalz für die Agrarbetriebe nicht in der Berechnung waren. Allerdings habe man dafür nur 204 Euro pro Kilometer angesetzt. Es sei nie behauptet worden, dass Schumann zu teuer ist. „Bereits zur Ratssitzung haben wir klar gesagt, dass wir die Differenzen prüfen werden. Entweder gibt es eine plausible Erklärung oder nicht“, so Clausnitzer. Jetzt müssten die Ergebnisse abgewartet werden. Schumann drängt auf eine Aufklärung: „Ich habe einen guten Ruf. Um den werde ich kämpfen.“