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Bischofswerda

Firmennachfolge beim Fliesenleger gesichert

Bei Ritschers in Geißmannsdorf führt jetzt Sohn Markus den Fliesenleger-Betrieb. Er und sein Bruder sind stolz auf die lange Tradition.

Eine Familie, zwei Generationen, drei Handwerksmeister – Rainer, Markus und Felix Ritscher (von links). Den Barkas B 1 000 nutzen die Fliesenleger für größere Transporte noch immer als Firmenfahrzeug. 1989 wurde er in der damaligen Firma Schölzel in Ramme
Eine Familie, zwei Generationen, drei Handwerksmeister – Rainer, Markus und Felix Ritscher (von links). Den Barkas B 1 000 nutzen die Fliesenleger für größere Transporte noch immer als Firmenfahrzeug. 1989 wurde er in der damaligen Firma Schölzel in Ramme © Steffen Unger

Geißmannsdorf. Rainer Ritscher, Fliesenleger- und Ofenbaumeister, hat seinen Betrieb seinem Sohn Markus übergeben. Der 36-Jährige führt seit dem 1. Juni das Bischofswerdaer Familienunternehmen in dritter Generation. Ihm zur Seite steht Bruder Felix (39). Beide haben den Meisterbrief – Markus Ritscher als Ofenbauer, Felix Ritscher als Fliesenleger. Auf den Baustellen der Region arbeiten sie zusammen.

Die Ritschers gehören zu den eingesessenen und bekanntesten Handwerkerfamilien Bischofswerdas. Ofensetzer Günther Ritscher führte den Betrieb ab 1956 in der Stadt. Firmensitz war damals ein Haus in der Brauhausgasse. Alle drei Söhne Dieter, Rainer und Ralf traten in Vaters Fußstapfen und lernten in derselben Branche. Dieter Ritscher machte sich 1979 selbstständig, Rainer Ritscher übernahm den Betrieb seiens Vaters 1990. Dort war viele Jahre auch sein Bruder Ralf beschäftigt.

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Auch die dritte Handwerkergeneration lernte in der Familie. Markus Ritscher lernte in der Firma seines Onkels Dieter Fliesenleger und schloss im Jahr 2002 die Ausbildung nach der Umstrukturierung des Unternehmens in der Gebrüder Ritscher GmbH ab. Später machte er noch im Betrieb seines Vaters eine Ausbildung zum Ofenbauer und erwarb den Meisterbrief. Felix Ritscher erlernte sein Handwerk im väterlichen Betrieb.

Ofenbau ist rückläufig

Spezialisiert ist das Familienunternehmen auf den Bau von Öfen, den Einbau von Kaminen und das Verlegen von Fliesen. Letzteres ist mittlerweile das Kerngeschäft. „90 bis 95 Prozent aller Aufträge sind Fliesenlegerarbeiten“, sagt Markus Ritscher. Und sein Vater, mittlerweile 66 und im Ruhestand, ergänzt: „Der Ofenbau ist seit einigen Jahren stark rückläufig.“ Seitdem auch neue Kachelöfen vom Schornsteinfeger abgenommen werden müssen, lasse sich kaum noch einer so einen Ofen ins Wohnzimmer setzen, sagt der Handwerksmeister aus seiner Erfahrung.

Die gute Auftragslage im Bauhandwerk spürt auch der kleine Geißmannsdorfer Betrieb. Der Auftragsvorlauf, überschlagen Markus und Felix Ritscher, beträgt etwa ein Vierteljahr. Ein sehr guter Wert im Handwerk, der dem Betrieb Sicherheit gibt. Etwa die Hälfte der Aufträge kommt von Privatkunden, die andere Hälfte von der Wohnungsgenossenschaft Bischofswerda, zu deren langjährigen Partnern die Firma Ritscher gehört. Bischofswerdas zweitgrößter Vermieter, der im Stadtgebiet Süd 770 Wohnungen bewirtschaftet, investiert jedes Jahr in seinen Bestand. Oft werden Wohnungen vor einer Neuvermietung komplett saniert. Dann sind auch die Fliesenleger aus Geißmannsdorf gefragt. Ihre Kundschaft kommt aus der Stadt Bischofswerda und einem Umkreis, der nicht größer als 15 Kilometer ist. „Man muss nicht bis Dresden fahren, wenn es Arbeit im Ort gibt“, sagt Rainer Ritscher.

Bis kurz nach der Jahrtausendwende beschäftigte der Betrieb sieben, acht Mitarbeiter. Nach dem Aus der größeren Baubetriebe in und um Bischofswerda, wie zum Beispiel dem Kreisbau und der Bauhütte, musste sich auch der Handwerksbetrieb verkleinern. Ein Problem seien damals die vielen Ich-AG’s gewesen, von denen kaum eine überlebt hat, sagt Rainer Ritscher. Mittlerweile gibt es nach seiner Einschätzung so viel Arbeit in der Region, dass man wieder Mitarbeiter einstellen könnte. „Jetzt bestünde das Problem darin, Mitarbeiter zu finden“, sagt der langjährige Firmenchef. Seine beiden Söhne sind in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. Man werde auf absehbare Zeit ein Zwei-Mann-Betrieb bleiben, sagt Markus Ritscher.

Beide Brüder haben Meisterbrief

Er und sein Bruder sind stolz darauf, eine nunmehr 63-jährige Familientradition fortsetzen zu können. Er möchte den Betrieb im Sinne seines Vaters weiterführen, sagt Markus Ritscher. Wichtig sei, die Wünsche der Kunden in hoher Qualität zu erfüllen. Dass beide Handwerker einen Meisterbrief haben, ist da schon ein Qualitätszeichen. Dabei geht es natürlich weniger ums Papier, als vielmehr um die Handwerkerehre. „Beim Kunden soll es so werden, wie man es selbst haben möchte“, formuliert Felix Ritscher den Anspruch. Und auch „Altmeister“ Rainer Ritscher ist nicht aus der Welt. Er steht seinen Söhnen weiter mit Rat und Tat zur Seite. Und wenn es mal Auftragsspitzen abzuarbeiten gilt, dann würde er auch mit seinen 66 Jahren noch auf die Baustelle fahren.

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