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Fischbrutzler ist zurück

Nordsee hat in Görlitz 270 000 Euro investiert, heute öffnet das Restaurant wieder. Der Umbau dauerte länger als gedacht.

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© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Matthias Klaus

Bevor es heute wie gewohnt 9.30 Uhr losgeht, haben Silvia Seifert und ihre Mitstreiter noch alle Hände voll zu tun. Zum Beispiel ist da die Sache mit den Werbepostern. Wer denkt, die hängen in einer x-beliebigen Reihenfolge über der Theke, der irrt gewaltig. Schöne Bilder an den Anfang und in die Mitte heißt die Devise. „So sieht es schon ganz gut aus“, sagt die Chefin der Nordsee-Filiale an der Berliner Straße nach einem prüfenden Blick. Am Dienstag muss alles stimmen. Nach einem großen Umbau öffnet das Bremerhavener Unternehmen die Görlitzer Zweigstelle neu.

270 000 Euro ließen sich die Norddeutschen den Bau in der Neißestadt kosten. Unter anderem wurde der Gastraum auf 60 Sitzplätze erweitert. Hinzu kommen die bekannten 20 draußen, direkt an der Berliner Straße. „Einer der neuen Tische fehlt noch. Aber am Ende wird es an der Berliner wieder die gewohnte Zahl an Sitzgelegenheiten sein“, sagt Silvia Seifert. Innen hat sich in der Filiale viel gewandelt: hellgraue Holzvertäfelung, hellblaue Fliesen an der Rückwand. Die neuen Tische sind aus gebürsteter Fichte gemacht, die Hocker davor in Rot und graublau gehalten.

„Nur die Warmtheke ist von der ursprünglichen Einrichtung geblieben“, schildert Chefin Silvia Seifert. Vorwände, Fußboden – alles wurde herausgerissen. „Und wie das bei einem Bau in einem alten Haus ist: Es gab Überraschungen“, erzählt sie. Deshalb habe die gesamte Aktion auch eine Woche länger gedauert, als ursprünglich geplant. Mit dem Ergebnis ist die Filialleiterin sehr zufrieden. Ihr gefallen besonders die historischen Schwarz-Weiß-Nordseemotive im Gastraum. „Das hatten wir vorher nicht“, sagt Silvia Seifert.

Sie ist von Anfang an in Görlitz bei Nordsee dabei. Den Meerestierexperten aus Bremerhaven gibt es seit 15 Jahren in Görlitz. Silvia Seifert ist gebürtige Görlitzerin, hatte vor der Nordsee-Karriere bereits in der Gastronomie gearbeitet, als Köchin, Kellnerin, Gaststättenleiterin, Ausbilderin. Nur kurz, nachdem Nordsee 2000 in Görlitz einen Binnenhafen fand, wurden dessen Geschicke Silvia Seifert übertragen.

„Wir freuen uns, mit der Neueröffnung unseres Restaurants in Görlitz die lange Tradition als Fischspezialist vor Ort und als lokaler Arbeitgeber fortsetzen zu können“, erklärt Hiltrud Seggewiß, Vorsitzende der Nordsee-Geschäftsführung. Sie verweist unter anderem auf das „neue natürliche Ambiente“.

Nordsee in Görlitz ist eines von 18 Restaurants der Kette in Sachsen. Insgesamt hat das Unternehmen rund 300 Beschäftigte im Freistaat, deutschlandweit sind es 327 Filialen, europaweit 383. Und es gibt sogar einen Ableger in Dubai.

Silvia Seifert und ihre neun Mitstreiter haben am Montag Stress. Am Nachmittag wuseln Handwerker durch das Restaurant an der Berliner Straße 1, derweil wird schon Eis in die großen Becken zum Frischhalten der Meeresbewohner gekippt. Was sind Silvia Seiferts Favoriten? Kabeljau und Lachs, außerdem Schalen- und Krustentiere. Privat mag es die Görlitzerin ansonsten doch eher landverbunden. Zu ihren Hobbys gehören Motorrad fahren, Oldtimer und Italienreisen.