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CDU-Politiker Fischer lässt sich von Maaßen helfen

Der Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer  wird noch umtriebiger als sonst und hat sich einen ebenso prominenten wie umstrittenen Wahlkampfhelfer geholt.

Sebastian Fischer will die nächsten Wochen noch intensiver durch die Dörfer fahren und das Gespräch suchen. Außerdem hat er sich prominente Wahlkampfhilfe geholt.
Sebastian Fischer will die nächsten Wochen noch intensiver durch die Dörfer fahren und das Gespräch suchen. Außerdem hat er sich prominente Wahlkampfhilfe geholt. © Anne Hübschmann

Großenhain. „Wenn man einen Stein in den Teich wirft, geraten die Fische in Unordnung.“ So ungefähr stellt sich der CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer den Schlussspurt vor der Landtagswahl am 1. September vor. „Mir ist auch klar: Was ich bis jetzt nicht gemacht haben, nimmt mir jetzt auch keiner mehr ab“, sagt er selbstbewusst, als er mit Schwalbe, Transporter, Anhänger und Tafel nebst Bürgerbriefkasten sein Equipment präsentiert, mit dem er nun noch einmal durch die Lande touren will. 

Locker, auffällig und immer zu einem Plausch aufgelegt – damit bleibt sich Fischer auf alle Fälle treu. Er kann gar nicht anders. 

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Gesprächsformate wie „Auf ein Bier mit Sebastian Fischer“ zieht er seit Jahren konsequent durch, erst letzte Woche wieder in Thiendorf und Radeburg. Auch sein Fotomotiv auf dem Transporter entspringt einer dieser Einfälle, die er immer wieder hat.

 Man müsste doch mal Urlaubsrückkehrer daran erinnern, dass bald Wahlen sind und natürlich, dass sie die Union wählen sollen – das ging Fischer 2014 durch den Sinn. Das fiel bei Landwirt Sebastian Tanner in Welxande auf fruchtbaren Boden. 

Der junge Mann grubberte daraufhin im letzten Wahlkampf kurzentschlossen mit seinem 260-PS starken Traktor John Deere ein 40 Meter großes Wahlkreuz und daneben den Schriftzug „CDU“ in den Stoppelacker von Welxande, gleich an der Straße in Richtung Stölpchen. Christian Blümel aus dem Wahlkampfteam von Sebastian Fischer hat das Ganze aus der Luft fotografiert und die Bilder ins Netz gestellt, wo es damals für Furore sorgte und so gut ankam, dass es nun, fünf Jahre später, erneut am Wahlkampffahrzeug auftaucht. 

Auch wer diese Geschichte nicht kennt, das ländliche Motiv auf dem Transporter dürfte viele ansprechen. Von Nieska bei Gröditz bis Volkersdorf bei Dresden und Böhla bei Ortrand will Fischer in den nächsten Wochen touren, Gespräche anzetteln und die Leute zu Wort kommen lassen. 

Seine bisherige Erfahrung: „Vom Bahnübergang Zabeltitz, bis zum Hochwasserschutz in Nünchritz oder die geplante Großansiedlung auf dem Großenhainer Flugplatz ist alles Mögliche Thema, nur nicht Ausländer oder gar Islamisierung“, so Fischer. Trotzdem hat sich der CDU-Mann respektable Gesprächspartner in den Wahlkreis geholt. Mit Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen besucht am 8. August der Kopf der Werteunion Großenhain. 

Maaßen war im September 2018 in die Kritik geraten, nachdem er bezweifelt hatte, dass es nach der Tötung eines Mannes in Chemnitz zu „Hetzjagden“ auf Ausländer gekommen sei. Die Große Koalition einigte sich zunächst darauf, Maaßen ins Innenministerium zu versetzen. 

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Nach diesem Besucher dürfte es Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fast schwer haben, am 19. August beim Jahresempfang der Großenhainer Pflege auf den Kupferberg für genauso große Aufmerksamkeit zu sorgen.

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