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Fischtreppe ersetzt Wehr

Die Landestalsperrenverwaltung baut am Schwarzwasser bei Königswartha. Das dient vor allem dem Hochwasserschutz.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Königswartha. Wetter zum Bauen ist ja eigentlich derzeit nicht. Erst Schnee und Frost, jetzt Regen und Matsch. Dennoch sind Mitarbeiter der Firma Nadebor aus Krauschwitz im Kreis Görlitz jetzt an der B 96 kurz vor Königswartha zugange. Sie bereiten ein Bauvorhaben vor, das eigentlich schon vor zwei Jahren beginnen sollte: Der Umbau des Niesendorfer Wehrs am Hoyerswerdaer Schwarzwasser. Schon 2013 waren die Planungen weit vorangetrieben, doch Fördermittel gab es erst Ende 2015.

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Das alte Niesendorfer Wehr ist schon lange marode. Es wird nun abgerissen und durch eine Fischtreppe ersetzt. Die Ufer werden erweitert. Das dient vor allem dem Hochwasserschutz.
Das alte Niesendorfer Wehr ist schon lange marode. Es wird nun abgerissen und durch eine Fischtreppe ersetzt. Die Ufer werden erweitert. Das dient vor allem dem Hochwasserschutz. © Uwe Soeder
Fischwirt Jörg Greim (l.) verfolgt das Baugeschehen mit Sven Eberhardt von der Landestalsperrenverwaltung. Sie stehen vor dem Umfluter für das Schwarzwasser in Richtung Mühlgraben.
Fischwirt Jörg Greim (l.) verfolgt das Baugeschehen mit Sven Eberhardt von der Landestalsperrenverwaltung. Sie stehen vor dem Umfluter für das Schwarzwasser in Richtung Mühlgraben. © Uwe Soeder

Jeden Montag ist Bauberatung. Denn um das Wehr abzureißen und später durch eine Fischtreppe zu ersetzen, muss der Bereich des Hoyerswerdaer Schwarzwassers umgeleitet werden. Dazu sind bereits zwei Gräben entstanden. Einer führt in Richtung der Felder um das Wehr herum, der andere führt das Wasser zum Mühlgraben. Die sogenannten Umfluter sind bereits tief ausgehoben. Sie bekommen zur besseren Festigkeit ein Vlies mit einer Steinschüttung. Der Projektleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV), Sven Eberhardt, erklärt, warum das wichtig ist. „Wenn wir keine Befestigung an den Ufern hätten, würden zu viele Erdmassen mit dem Wasser weggetragen und der Graben wäre zum Bauschluss zwei Meter tiefer.“ Auch neue Überfahrten aus Beton für die Baufahrzeuge wurden bereits eingebaut.

Abfischen im Februar

Wenn die Umfluter fertig sind, wird es ein Abfischen in dem Bereich geben. Das wird voraussichtlich Mitte Februar sein. Im Auftrag der LTV wird das Abfischen die Angelservicegesellschaft gemeinsam mit ortsansässigen Angelvereinen organisieren. Die Gesellschaft ist ein Unternehmen des Anglerverbandes Elbflorenz Dresden. Die Fische werden aus dem Schwarzwasser geholt, um sie später weiter weg wieder freizulassen. Um das alles rechtmäßig zu organisieren, ist auch ein Fischereisachverständiger aus Dresden mit vor Ort. „Die LTV arbeitet schon lange mit ihm zusammen. Er gibt Hinweise und berechnet zum Beispiel auch die Ausbildung der Rampen für die Fischtreppe“, sagt Sven Eberhardt. Vor Ort können notfalls noch Änderungen vorgenommen werden. – Ebenso an den Beratungen interessiert ist Jörg Greim. Der Königswarthaer Fischwirt ist abhängig vom Wasser im Mühlgraben. Er befürchtet, dass nach den Umbauten zu wenig Wasser für seinen Fischereihof übrig bleibt. Während das alte Niesendorfer Wehr weg kommt, erhält der Mühlgraben ein neues, kleines Wehr. Wasser in den Graben wird erst geleitet, wenn im Schwarzwasser mehr als 100 Liter pro Sekunde fließen. Doch für den Mühlgraben ist die LTV nicht zuständig. Da es ein Gewässer zweiter Ordnung ist, muss sich die Gemeinde Königswartha drum kümmern. Das weiß auch Bürgermeister Swen Nowotny. „Wir sind noch in Gesprächen mit der LTV. Wir wissen, dass der Mühlgraben unbedingt gereinigt werden muss. Aber wer das dann erledigt und wann, das wissen wir noch nicht“, sagt Swen Nowotny.

Der Umbau des Niesendorfer Wehrs dient vor allem dem Hochwasserschutz. Am Wehr, das schon lange sehr marode ist, kam es bei Hochwasser immer wieder zum Rückstau, der zu großen Überschwemmungen in Königswartha führte. Doch auch für die Durchgängigkeit des Hoyerswerdaer Schwarzwassers für Fische und andere Wasserlebewesen ist der Bau wichtig.

Die Arbeiten sollen Anfang Dezember beendet sein. Das Vorhaben kostet 1,4 Millionen Euro und wird mit europäischen Mitteln gefördert. Die Kollegen der Baufirma wünschen sich in dieser Zeit, dass auch die Autofahrer auf der B 96 dann endlich die Schilder mit der Geschwindigkeitsbegrenzung wahrnehmen. Bauüberwacher Thomas Lingke findet es gefährlich, wenn Baufahrzeuge oder Mitarbeiter über die Straße müssen. Denn die Maschinen stehen dort auf einem Firmengelände. „Ein bisschen Rücksicht täte uns gut“, so Lingke.