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Sebnitz

Fixer Geschäftsführer darf weiter Auto fahren

Der Kommunal-Vertreter wird in Wünschendorf geblitzt, soll den Führerschein abgeben. Seine Anwältin macht ein Angebot.

© Symbolfoto: dpa

Der Blitzer an der S 177 in Wünschendorf ist eigentlich allgemein bekannt. Dennoch halten sich längst nicht alle Autofahrer an Tempo 30. So auch der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Im Januar wurde er von der fest installierten Geschwindigkeitsüberwachung, volkstümlich Starenkasten genannt, erfasst, und zwar mit satten 32 Kilometern pro Stunde zu viel. Per Strafbefehl wurde Mischa Woitschek zu einer Geldstrafe und einem dreimonatigen Fahrverbot verurteilt. Dagegen legte er Widerspruch ein.

Zum Ordnungswidrigkeitsverfahren am Amtsgericht Pirna ließ Woitschek sich von seiner Rechtsanwältin vertreten. Er selber erschien nicht. Der Blitzer sei nur bis 31. Dezember 2018 geeicht gewesen, führte Gesine Moritz gleich zu Beginn ins Feld. Sagte aber auch: „Mein Mandant sieht ein, dass er zu schnell unterwegs gewesen ist.“

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Ihm sei allerdings an einem Erlass des Fahrverbotes gelegen, so die Juristin. In seiner Position, so argumentierte sie anschließend weiter, sei ihr Mandant viel unterwegs und längst nicht alle Termine seien langfristig planbar. Sprich: Bus und Bahn sind für den kommunalen Spitzenvertreter keine Alternative. Für eine Aussetzung des Fahrverbots nähme Woitschek gerne eine höhere Strafzahlung in Kauf. Da der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages verkehrsrechtlich bisher in keiner Weise negativ in Erscheinung getreten ist, stimmte das Gericht dem Antrag der Verteidigerin zu. Mischa Woitschek darf seinen Führerschein behalten – muss aber 320 Euro Bußgeld zahlen. 

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