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Fledermäuse in der Platte

Die WBV saniert das zweite Hochhaus am Ringpark. Die tierischen Untermieter müssen zuvor umziehen.

© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft

Die beiden Hochhäuser am Ringpark im Wohngebiet Dresdner Straße könnten Zwillinge sein. Doch eines ist schon saniert, leuchtet in hellen Farben. Das andere zeigt sich noch ziemlich grau.

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Hier tut sich was: Das Hochhaus Ringpark 5 im Coswiger Wohngebiet Dresdner Straße wird derzeit auf die Sanierung vorbereitet (gr. Bild) Ein Großteil der Gerüste steht schon. Zuerst einmal wird von hier aus untersucht, wo wie viele Fledermäuse in der Fassa
Hier tut sich was: Das Hochhaus Ringpark 5 im Coswiger Wohngebiet Dresdner Straße wird derzeit auf die Sanierung vorbereitet (gr. Bild) Ein Großteil der Gerüste steht schon. Zuerst einmal wird von hier aus untersucht, wo wie viele Fledermäuse in der Fassa

Aber nicht mehr lange. Denn die kommunale Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH (WBV) Coswig will auch dieses Gebäude, den Ringpark 5, mit seinen 100 Wohnungen auf Vordermann bringen. Mit Schwerpunkt Brandschutz und energetische Sanierung. Schon wachsen die Gerüste an der Fassade empor. Was jedoch nicht bedeutet, dass hier morgen bereits die Bauleute arbeiten. Bevor sie starten, nutzt ein Fledermausexperte die Metallkonstruktion auf der Suche nach den fliegenden Säugern. „Dass sie da sind, wussten wir diesmal schon“, sagt Kerstin Richter, Leiterin für Technik und Grundstücksverwaltung bei der WBV.

Als im Jahr 2011 Ringpark Nummer 3 saniert wurde, entdeckten die Baufirmen die nachtaktiven Tiere erst, als die Gerüste schon standen. Das rief damals den Dresdner Biologen Thomas Frank auf den Plan.

Er begleitet auch jetzt wieder das Bauvorhaben. Vom Gerüst aus kontrolliert er unter anderem mit einem Endoskop, wo genau sich die Tiere angesiedelt haben, wie viele es sind. Sie bevorzugen die Fugen, wohnen nicht in den Giebeln, weiß Kerstin Richter.

Bevor Thomas Frank vom Büro für Fledermauskunde Chiroplan das Gebäude nicht freigegeben hat, darf der Bau nicht beginnen. Immerhin ist von rund 100 Quartieren mit jeweils mehreren Fledermäusen die Rede. Hunderte Exemplare kommen da insgesamt zusammen. Darunter viele Zwergfledermäuse.

Jetzt müssen sie alle erst einmal umziehen. In den Fugen können sie nicht bleiben. Weder während der Arbeiten noch danach. Folien sollen sie deshalb am Einfliegen hindern, hinaus können sie.

Doch wohin dann? Im Nachbarhaus, in der 3, könnten sie Platz finden, sagt Kerstin Richter. Dort nämlich sind die neuen Fledermauswohnungen schon angebracht. Hohe Kästen, in denen die Tiere Schutz finden.

Ob sich der Aufwand dafür gelohnt hat, wie die Fledermäuse die Kästen annehmen, kann die Technische Leiterin derzeit nicht sagen. Noch hat sie die Ergebnisse der Nachuntersuchung nicht in der Hand. Aber fest steht, dass in der Nummer 5 ebenfalls Fledermauskästen angebracht werden.

Im Unterschied zu den tierischen Bewohnern können die Mieter in ihren vier Wänden bleiben. Doch auch für sie wird sich mit den Arbeiten einiges ändern. Denn die Neuerungen bedeuten nicht nur, dass ihr Haus dann besser aussieht.

Der energetische Umbau soll die Nebenkosten senken. Durch die Wärmedämmung, durch eine neue Heizungsanlage. Die Brandschutzarbeiten sorgen für mehr Sicherheit. Durch nicht brennbare Installationen, rauchfreie Fluchtwege, selbstschließende, rauchdichte Türen und eine Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf die Feuerwehr.

Dafür gibt die WBV rund drei Millionen Euro pro Hochhaus aus.