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Florena: Viele Arbeiter wollen ins neue Werk

Corona bringt auch Beiersdorf Einbußen. An der Schließung des Standorts Waldheim ändert das nichts. Wie es mit Mitarbeitern und der Immobilie weiter geht.

Viele Mitarbeiter des früheren Florena-Werkes in Waldheim wollen offenbar nach der Schließung des Standortes in Leipzig arbeiten.
Viele Mitarbeiter des früheren Florena-Werkes in Waldheim wollen offenbar nach der Schließung des Standortes in Leipzig arbeiten. © Archiv/Dietmar Thomas

Waldheim. Der Konzern Beiersdorf AG Hamburg, zu dem auch das frühere Florena-Werk in Waldheim gehört, hat aufgrund der Corona-Pandemie mit Einbußen zu kämpfen. Das teilte Vorstandsvorsitzender Stefan De Loecker mit. Im gesamten Konzern lag der Umsatz im ersten Halbjahr dieses Jahres 10,7 Prozent unter dem des Vorjahres. Wie die Auswirkungen speziell auf den Umsatz in Waldheim sind, darüber gab es auf Nachfrage keine Auskunft.

Desinfektion statt Pflegeprodukte aus Waldheim

"Der gesamte Hautpflegemarkt ging signifikant zurück“, sagte De Loecker auf der Halbjahrespressekonferenz des Konzerns. Trotzdem sei es Beiersdorf gelungen, in diesem herausfordernden Marktumfeld Anteile hinzuzugewinnen. Das sei vor allem bei den Marken Eucerin und Aquaphor der Fall gewesen.

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Vor allen Dingen sei das aber der Fähigkeit des Konzerns zu verdanken, schnell auf sich ändernde Verbrauchernachfragen reagieren zu können.

So sind zum Beispiel in Waldheim mehr als eine Million 200-Milliliter-Flaschen Desinfektionsmittel produziert worden, die als Spenden an Krisenstäbe, Einsatzkräfte und Wohlfahrtsverbände, die im medizinischen Bereich arbeiten, weitergereicht worden sind. „Dieser Prozess ist abgeschlossen“, so eine Sprecherin des Unternehmens.

Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht abzuschätzen

Demnach läuft in Waldheim wieder die Herstellung von Produkten der Marken Nivea, Eucerin und Florena. Kurzarbeit gebe es nicht. Allerdings seien mit Blick auf das Gesamtjahr 2020 aus heutiger Sicht die Auswirkungen aus der Corona-Krise noch nicht hinreichend abzuschätzen.

„Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei und wir müssen uns weiterhin auf äußerst unsichere Rahmenbedingungen einstellen“, sagte auch Vorstandsvorsitzender De Loecker. Er sei sich aber sicher, dass das Unternehmen gestärkt aus dieser beispiellosen Krise hervorgehe.

An den Plänen, das Waldheimer Werk im Jahr 2022 zu schließen, hält die Beiersdorf AG trotz Corona-Krise fest. „Nach der Inbetriebnahme startet sukzessive die Verlagerung der Arbeitsplätze in das neue Werk in der Nähe von Leipzig“, so die Sprecherin.

 Im Leipziger Stadtteil Seehausen ist Mitte Juli mit den Erschließungsarbeiten für das neue Industriegebiet begonnen worden. Im Herbst sollen dann die Bauarbeiten für das neue Werk starten. Insgesamt will Beiersdorf an dem Standort rund 220 Millionen Euro investieren.

Was passiert mit der Immobilie in der Zschopaustadt?

Viele Mitarbeiter in Waldheim haben indes offenbar ein großes Interesse daran, künftig in Leipzig zu arbeiten, teilte die Unternehmenssprecherin auf Anfrage mit. Die Personalgespräche würden noch laufen. Insofern seien zum jetzigen Zeitpunkt keine detaillierten Aussagen darüber möglich, wie viele Mitarbeiter sich für einen künftigen Arbeitsplatz in Leipzig interessieren.

Für alle Beschäftigten, auch für diejenigen, die nicht in Leipzig arbeiten können oder wollen, existiere aber ein umfassender Sozialplan. Zu Details äußerte sich das Unternehmen nicht. Der Betriebsratsvorsitzende war nicht zu erreichen.

Wie der Standort in Waldheim in Zukunft genutzt wird, ist derzeit noch unklar. Eine Projektgruppe soll darüber beraten.
Wie der Standort in Waldheim in Zukunft genutzt wird, ist derzeit noch unklar. Eine Projektgruppe soll darüber beraten. © Archiv/Dietmar Thomas

Auch zur Nachnutzung der Immobilie machte der Konzern keine Angaben. „Es handelt sich hierbei um einen laufenden Prozess“, so die Sprecherin. Im Frühjahr dieses Jahres hieß es, dass eine Projektgruppe damit beauftragt worden ist, Lösungen zu entwickeln und sich aktiv um eine mögliche Nachnutzung des Standortes in Waldheim zu kümmern.

Die Nachricht über die Schließung des Werkes am Waldheimer Eichberg hatte im Februar dieses Jahres die Einwohner und Politiker in der Zschopaustadt und darüber hinaus hart getroffen

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Kritisiert wurde vor allen Dingen, dass der Konzern noch im Oktober 2019 mitgeteilt hatte, dass es keine Überschneidungen zwischen der Produktion in Waldheim und dem künftigen Werk in Seehausen geben werde und der Standort in Waldheim gesichert sei.

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