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Florierendes Handwerk am alten Mühlgraben

Die Geschichte des Baches und der Unternehmen wird heute vorgestellt. Es gibt sogar Pläne für eine Wiederbelebung.

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Von Lars Kühl

Über 500 Jahre war der Weißeritzmühlgraben die Energiequelle für verschiedenste Unternehmen. Ob Handwerker, Manufakturen oder Industriebetriebe – sie alle nutzten den künstlichen Wasserlauf für ihre Produktion. Auf einer Länge von vier Kilometern stand er, gespeist von der Weißeritz, ganzjährig als Antrieb zur Verfügung. Seinen Anfang nahm das Gewässer in Löbtau, am heutigen Congress-Zentrum floss es in die Elbe.

1937 wurde der Mühlgraben geschlossen. Obwohl inzwischen nur noch wenig an ihn erinnert, lebt seine Geschichte weiter. Heute Abend hält der ehemalige Denkmalpfleger Wolfgang Müller im Theater Junge Generation (TJG) den zweiten Teil des Vortrages zum Weißeritzmühlgraben. Die virtuelle Wanderung führt flussabwärts, vorbei an einstmals bedeutenden Anlagen, wie der Papiermühle, der Hof- und Bäckermühle vor der Annenkirche, dem Kuttelhof und dem Silberhammer. In letzterem wurden beispielsweise die sächsischen Münzen zur Prägung vorbereitet. Auch die Nudelmühle wird vorgestellt, genauso wie die letzten Gewölbe, die bis heute noch erhalten sind.

Veranstalter des Vortrages, der um 19.30 Uhr im Constantia-Pavillon an der Meißner Landtstraße 4 beginnt, ist der Förderverein des TJG und das Ortsamt Cotta. Der Eintritt ist frei. Im ersten Teil, Ende Oktober vorigen Jahres, war unter anderem die Entstehungsgeschichte des Grabens erläutert worden. Die Besucher erfuhren dabei unter anderem auch Wissenswertes zum Kanonenbohrwerk.

Diese befand sich früher an der Oederaner Straße. Seit Jahren gibt es Pläne, unterhalb der Nossener Brücke einen Stadtpark zu gestalten. Nachdem das Vorhaben zuletzt etwas ins Stocken geriet, gibt es aktuell wieder Bestrebungen, im Frühjahr mit der Umsetzung zu beginnen. Nach wie vor ist das 1,67 Hektar große Gelände in Löbtau eine Brache. Nur das Straßenschild mit der Aufschrift „Weißeritzmühlgraben“ erinnert heute noch an das einst florierende Gewerbe an dem Wasserlauf.