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Flower-Power beim Karneval in Großerkmannsdorf

Großerkmannsdorf. DieFunkengarde brillierte mit rasanten Tanzeinlagen.

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Von Rudolf Scheibe

Nun hat sie uns wieder, die Zeit des Karnevals. In Großerkmannsdorf begann die Saison am Sonnabendabend gleich mit einem Paukenschlag: Der Radeberger Bürgermeister Gerhard Lemm stieg in die Bütt und legte mit Blick auf sein Kostüm mit den Worten los „Im Wahljahr wollen manche sehen, den Bürgermeister baden gehen, drum zog ich diesen Anzug an, mit dem ich baden gehen kann“.

Dann wurde unter viel Hallo der anwesenden Narren und Närrinnen die große und die kleine Politik von ihm mächtig aufs Korn genommen. Von der Brücke in Dresden bis zur Schule in Großerkmannsdorf spannte sich sein Bogen. „Jetzt soll’n wir also klären, wie sich das gehört, ob’s nun weiter von Erksdorf nach Ullersdorf als umgekehrt“, so einer seiner verzweifelten Ausrufe zum Grundschulproblem. Viel Beifall erhielt Lemm für seinen Beitrag. Nun schon das vierte Jahr bereicherte er als gebürtiger Rheinländer so den Großerkmannsdorfer Karnevalsauftakt. Bei seinem Einmarsch wurde er von sechs Bierbrauern mit Sonnenblumen in den Händen eskortiert, womit die Radeberger Brauerei eine Wette für sich entschied. Toll geschmückt ist wieder der Saal für die nun schon 41. Saison des Klubs.

Die Hippies sind los

Hut ab vor allen, die die Ausgestaltung gemeistert haben. Entsprechend des diesjährigen Mottos „Flower-Power ist ganz groß – bei Ekka sind die Hippies los“ füllte ein buntes an die damalige Zeit in seiner Kleidung angepasstes Volk den Raum. Dazu heizten die Band „Zeitlos“ aus Moritzburg sowie die Orbit-Diskothek musikalisch mächtig ein. Zu den Höhepunkten des Abends gehörte natürlich auch der große Einzug des Elferrates mit Präsident Michael Müller, dem Prinzenpaar KerstinI. und DirkI. sowie der Funkengarde an der Spitze. Mit viel Spaß wurde die Kussfreiheit eröffnet und der traditionelle Großerkmannsdorfer Karnevalsschlager gemeinsam gesungen. Und immer wieder dazwischen erklang vielstimmig der Karnevalsruf „Ekka, Ekka, he, he, he!“. Eine Klasse für sich sind zweifellos die zehn Mädchen der Großerkmannsdorfer Funkengarde, die mit mehreren Tänzen brillierten. Sandra Laube und Nadine Gröber als Trainerinnen und Mittänzerinnen haben da ganze Arbeit geleistet. Vor zwei Jahren haben sie sich bei einem Trainerlehrgang des Karnevalsverbandes Rüstzeug und Zertifikat dafür geholt. Zweimal wöchentlich fast über das ganze Jahr trainiert die Truppe. Geprobt für den Abend haben auch die zehn Laienschauspieler aus den Reihen des Klubs, die das traditionelle Fastnachtsspiel gestalteten. In ihm treffen sich Hippies 1968 in San Francisco und träumen in jungen Jahren von der Zukunft als Politiker. Erdacht haben sich das Ganze in Kooperation Michael Müller, Hans Teich, Conrad Lehnert und Jens Thiele. Und auch die schönsten Kostüme wurden prämiert. Hier hatten Kathrin und Jörg Hilbert aus Weißig vor den vier Ghost Busters sowie Birgit und Fred Großmann vom Großerkmannsdorfer Himmelfahrtsverein die Nase vorn. 60 Mitglieder umfasst derzeit der Großerkmannsdorfer Klub, hat einen guten Altersdurchschnitt und erfreulicherweise keine Nachwuchssorgen, wie vom Präsidenten zu hören war. Sechs Abendveranstaltung sowie Kinder- und Seniorenfasching sind für diese Saison geplant. Zum Vereinsfasching am 1. Februar wird auch der Radeberger Spielmannszug seinen Faschingsauftritt haben. Für diese Veranstaltung sind noch Vereine und Firmengruppen willkommen.