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Flüchtlinge nähen Corona-Masken

Die Akteure der Königsteiner Flüchtlingshilfe werden nach einer Zwangspause wieder aktiv. Sie haben dieses Jahr viel vor.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa-tmn

Viele Aktionen konnten sie in den vergangenen Monaten nicht starten: Die Helfer der AG Flüchtlingshilfe in Königstein mussten wegen der Corona-Beschränkungen einen Großteil der Integrationsarbeit ruhen lassen. Der Kontakt zu den geflüchteten Familien, die in und um Königstein ein neues Zuhause gefunden haben, blieb dennoch eng.

Die Familien hätten die Corona-Situation gute gemeistert, wie Anja Oehm von der AG Flüchtlingshilfe mitteilt. Die Familien leben oft auf engem Raum zusammen, ohne Balkon oder Garten. Mit den wochenlangen Einschränkungen durch die Pandemie seien sie tapfer, diszipliniert und rücksichtsvoll umgegangen. 

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"Bei all den Schreckensnachrichten aus ihren Heimatländern haben sie immer wieder große Dankbarkeit geäußert, in einem Land sein zu dürfen, wo jeder Infizierte hochqualifizierte medizinische Hilfe erhält", sagt Anja Oehm. Eine junge Mutti hätte es zum Beispiel geschafft, ihrem Erstklässler eine gute Lehrerin zu sein, obwohl sie zeitgleich drei jüngere Geschwisterkinder betreuen musste. Auf die Frage, ob ihre Familie genügend Corona-Masken hätte, antwortete sie: "Ja, wie viele braucht ihr?". Denn auch das Nähen Dutzender Masken hatte sie unter diesen Umständen noch geschafft, erzählt Anja Oehm stolz.

Flüchtlingsschicksale in Bildern

Die Masken kamen bereits zum Einsatz. Ende Juni wurde in der "Werkstatt 26" in Königstein eine neue Ausstellung eröffnet, zu der etwa 50 Gäste kamen. Unter dem Titel "Zwischen Einsamkeit und Hoffnung - Schicksale geflüchteter Menschen in Deutschland" werden Fotografien von Elena Pagel gezeigt. Die Ausstellung kann noch bis zum 30. August besichtigt werden.

Die Helfer der AG Flüchtlingshilfe in Königstein haben dieses Jahr noch mehr vor. Dank Spenden sei die weitere Finanzierung des Projektes gesichert. "Das Engagement der Helfer ist ungebrochen", beschreibt Anja Oehm die Situation. In der Runde konnte zuletzt ein neues Gesicht begrüßt werden: Ein Zugezogener, der sich mit Deutschunterricht für Geflüchtete einbringen will.

Bis zum Jahresende sind unter anderem ein russisches Erzählcafé, Infoveranstaltungen, eine Wanderung und ein Stand beim Weihnachtsmarkt in Königstein geplant. Auch die Reparaturwerkstatt und die Kleiderkammer in der Pirnaer Straße 26 sind wieder geöffnet. 

Angebote in der Werkstatt 26 an der Pirnaer Straße 26 in Königstein:

Kleiderstube: dienstags 16.30-18 Uhr

Reparaturtreff: letzter Freitag im Monat 17-19 Uhr

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