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13.000 Besucher bei den Bautzener Flugtagen

Franz Kerzendorf kam aus Frankfurt/Main nach Litten. Sein Flugzeug ist eine Seltenheit.

Franz Kerzendorf kam aus der Nähe von Bad Nauheim nach Bautzen. Er ist bereits zum zweiten Mal mit seinem historischen Reiseflugzeug Bf 108 Taifun, Baujahr 1937, der Messerschmitt-Werke bei den Bautzener Flugtagen dabei.
Franz Kerzendorf kam aus der Nähe von Bad Nauheim nach Bautzen. Er ist bereits zum zweiten Mal mit seinem historischen Reiseflugzeug Bf 108 Taifun, Baujahr 1937, der Messerschmitt-Werke bei den Bautzener Flugtagen dabei. © Steffen Unger

Bautzen. Nur ein paar Jahre trennen den Piloten vom Alter seines historischen Flugzeugs. Die Messerschmitt Bf 108 Taifun stammt aus dem Jahr 1937. Franz Kerzendorf ist 76 Jahre alt. Er fliegt seit 50 Jahren, seit 1972 ist er Segelfluglehrer. Zu den Bautzener Flugtagen kam er in diesem Jahr zum zweiten Mal. Beinahe ging das schief.

Der Oldtimer, ein viersitziges, einmotoriges Leichtflugzeug, wurde erstmals 1934 gebaut. Messerschmitt und sein Team gewannen bis in die zweite Hälfte der 1930er- Jahre hinein mehrere Entwicklungswettbewerbe. Vor allem die Luftwaffe der Wehrmacht nutzte die Flieger. Später wurde es zu einem luxuriösen Schnellreiseflugzeug weiterentwickelt. Franz Kerzendorf hat sich mit dem Flugzeug natürlich beschäftigt, nachdem er es 2003 angeboten bekam. „Vorher habe ich nie ein eigenes Flugzeug besessen“, sagt Kerzendorf. Begonnen hat er mit dem Fliegen in einem kleinen Verein in seiner Heimat, einer südhessische Kleinstadt, 50 Kilometer von Frankfurt/Main entfernt. Mittlerweile hat er fast 5 000 Segelflugstunden notiert. Seinen Oldtimer pflegt er sehr sorgfältig. „Von der Technik hat er alles, was sonst ein Linienflugzeug auch hat“, sagt er. Allerdings hat der Taifun ein „kompliziertes mechanisches Fahrwerk“, sagt Kerzendorf. „Da müsste man eigentlich sechs Hände haben“, sagt und begründet, warum er immer mit einem Co-Pilot fliegt. Und der fehlte ihm vor dem Wochenende noch. Zum Glück hatte Joshua Tauer, aus dem gleichen Verein wie Kerzendorf kommend, Zeit. Er ist 22 Jahre und hat gerade die Pilotenausbildung bei einer europäischen Fluggesellschaft abgeschlossen. Demnächst wird er also weltweit unterwegs sein können. „Ich bin froh, dass der Franz mich gefragt hat, es ist ein schönes Erlebnis hier in Bautzen“, sagt Joshua Tauer. Franz Kerzendorf nennt aber noch einen anderen Grund, warum er den Co-Piloten mitnimmt. „Wer soll denn sonst die Witze erzählen“, fragt er. Beide Piloten können sich nichts Schöneres vorstellen als das Fliegen. „Es ist eine Sucht“, sagt Franz Kerzendorf.

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Den neugierigen Besuchern auf dem Flugplatz in Litten gibt er gern Antwort, fliegt auch an jedem Tag einmal eine Runde über das Gelände. So wie viele der zu den Flugtagen engagierten Flugzeuge und ihre Piloten. Für die Kenner der Szene wird der Flugbetrieb moderiert. Und diejenigen, die Rundflüge anbieten, sind sehr zufrieden. So verzeichnete Monika Warstatt vom Oberlausitzer Flugsportclub am Sonntagmittag schon 150 verkaufte Rundflüge – mit den Ultraleichtfliegern oder dem „Porter-Bierflieger“ Ikarus, einem kleinen Hubschrauber mit regionaler Bierwerbung. „So oft hat man ja nicht die Möglichkeit“, sagt sie, weist aber darauf hin, dass der Verein auch außerhalb der Flugtage so etwas anbietet. Neben den Rundflügen haben die Besucher aber auch sonst eine Menge zu erleben. Sei es der riesige Trödelmarkt, der von den Schwarz-Märkten organisiert wird und bei vielen Trödlern schon fest im Kalender verankert ist, oder das Erlebnis, einmal mit einem Panzer zu fahren. Es gab einen Flugsimulator, eine riesige Hüpfburg, Oldtimer und neue Autos und vor allem auch genug zu essen und zu trinken.

Oliver Ganz von der organisierenden Firma Idecon aus Leipzig freut sich über den Zuspruch, den die Flugtage auch in diesem Jahr hatten. „Wir hatten zwar ein paar Absagen, aber ich finde, es gab dennoch viel zu erleben“, sagt er. Und betont, dass der Eintrittspreis auch deshalb niedrig gehalten wird, damit sich das eine ganze Familie leisten kann. Nachdem im vergangenen Jahr wegen der Hitze so wenig Besucher wie noch nie in 15 Jahren kamen, stieg die Zahl jetzt im Gegensatz zu 12 000 auf immerhin rund 13 000 an.

TRÖDELMARKT: Elvira Scholz und Peter Krüger sind zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Trödelmarkt. Mit ihrem Wohnmobil, mit dem sie schon Tausende von Kilometern unterwegs waren, haben sie kurzerhand alles von Dresden nach Bautzen gebracht. „Wir haben halt mehrere Haushalte zusammengelegt und nun eindeutig zu viel Krimskrams“, sagt Peter Krüger. Die Mitbringsel im Vordergrund stammen von Arbeitsaufenthalten in den 70er- Jahren in Pakistan und aus dem vorderen Orient. 
TRÖDELMARKT: Elvira Scholz und Peter Krüger sind zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Trödelmarkt. Mit ihrem Wohnmobil, mit dem sie schon Tausende von Kilometern unterwegs waren, haben sie kurzerhand alles von Dresden nach Bautzen gebracht. „Wir haben halt mehrere Haushalte zusammengelegt und nun eindeutig zu viel Krimskrams“, sagt Peter Krüger. Die Mitbringsel im Vordergrund stammen von Arbeitsaufenthalten in den 70er- Jahren in Pakistan und aus dem vorderen Orient.  © Steffen Unger
LUFTWAFFE: Jana Krüger ist Lufttransportbegleiterin, im zivilen Bereich also Stewardess. Dieser Hubschrauber ist einer von dreien, die in Berlin-Tegel für die Sicherung des politisch-parlamentarischen Flugbetriebs stationiert sind. Mit ihm fliegen Minister, Staatssekretäre und auch die Bundeskanzlerin. Es gab viel Interesse, mal auf dem Platz von Angela Merkel zu sitzen. Kommandant Daniel Meyer (M.), Nils Kunowski sowie weitere zwei Besatzungsmitglieder waren am Sonntag sogar in Bereitschaft.
LUFTWAFFE: Jana Krüger ist Lufttransportbegleiterin, im zivilen Bereich also Stewardess. Dieser Hubschrauber ist einer von dreien, die in Berlin-Tegel für die Sicherung des politisch-parlamentarischen Flugbetriebs stationiert sind. Mit ihm fliegen Minister, Staatssekretäre und auch die Bundeskanzlerin. Es gab viel Interesse, mal auf dem Platz von Angela Merkel zu sitzen. Kommandant Daniel Meyer (M.), Nils Kunowski sowie weitere zwei Besatzungsmitglieder waren am Sonntag sogar in Bereitschaft. © Steffen Unger
FLUGSPORTCLUB: Tommy Bartl ist eines der jüngsten Mitglieder des Oberlausitzer Flugsportclubs. Begonnen hat er seine fliegerische Ausbildung im Aero Team Klix als Segelflieger. „Ich wollte mich weiterentwickeln, deshalb bin ich nun in Bautzen“, sagt er. Der Verein mit über 40 Mitgliedern hat seinen Sitz auf dem Gelände des Flugplatzes in Litten. Dieses Ultraleichtflugzeug der Marke Bristell ist eines der modernsten. Es wurde in Tschechien gebaut und kann etwa 250 Stundenkilometer fliegen.
FLUGSPORTCLUB: Tommy Bartl ist eines der jüngsten Mitglieder des Oberlausitzer Flugsportclubs. Begonnen hat er seine fliegerische Ausbildung im Aero Team Klix als Segelflieger. „Ich wollte mich weiterentwickeln, deshalb bin ich nun in Bautzen“, sagt er. Der Verein mit über 40 Mitgliedern hat seinen Sitz auf dem Gelände des Flugplatzes in Litten. Dieses Ultraleichtflugzeug der Marke Bristell ist eines der modernsten. Es wurde in Tschechien gebaut und kann etwa 250 Stundenkilometer fliegen. © Steffen Unger

Weitere Impressionen von den Flugtagen

© Steffen Unger
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