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Flugzeuge bauen war mein großer Traum Walter Schuh

Als kleiner Junge wollte ich unbedingt Ingenieur werden. Fliegen und Flugzeuge zu bauen, das war mein großer Traum. Ich habe mich für alles interessiert, was mit Technik zu tun hatte. Mit fünf Jahren bin ich ganz alleine Traktor gefahren, bald darauf habe ich an alten Autos herumgeschraubt.

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Als kleiner Junge wollte ich unbedingt Ingenieur werden. Fliegen und Flugzeuge zu bauen, das war mein großer Traum. Ich habe mich für alles interessiert, was mit Technik zu tun hatte. Mit fünf Jahren bin ich ganz alleine Traktor gefahren, bald darauf habe ich an alten Autos herumgeschraubt. Nach Hause kam ich immer schmutzig und von oben bis unten mit Öl beschmiert. Echtes Landleben eben. Meine Eltern hatten in der Nähe von Trier ein kleines Weingut. Ich habe natürlich oft mitgeholfen. Meistens hat es Spaß gemacht, manchmal habe ich es aber auch verflucht. Wenn andere Jungs im Sommer zum Baden an einen See fuhren, musste ich mit der Spitzhacke in die Weinberge ziehen und Unkraut jäten.

Weinbau hat in unserer Familie eine lange Tradition. Mein Urgroßvater war schon Winzer und nach ihm alle Söhne. Irgendwann ist dann der Funke auch auf mich übergesprungen, noch während meiner Schulzeit. Ich bin ja in einem Weinanbaugebiet aufgewachsen, unmittelbar an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. Wir sind zum Spielen oder zur Kirmes einfach rüber ins Nachbarland. Diese Nähe zu Frankreich, die Lebenslust und Herzlichkeit der Menschen, die Liebe zum Wein – all das hat mich geprägt. Dort in der Region ticken die Uhren anders, alles geht etwas langsamer. Ein bisschen ist es hier in Sachsen auch so, die Leute sind gemütlich und freundlich. Das gefällt mir. Vielleicht liegt das auch an der Mentalität auf dem Land. Jeder kennt jeden, man hilft sich gegenseitig. In der Stadt könnte ich nicht leben, ich brauche diese Nähe zu den Menschen – und meine Freiheiten. Wenn ich Ruhe suche, dann setze ich mich auf meinen Quad oder meinen Traktor und fahre in die Weinberge. Mein Sternzeichen ist Widder. Von klein auf hatte ich meinen eigenen Kopf, das behauptet zumindest meine Mutter. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, setze ich alles daran, es zu erreichen. Heute dreht es sich dabei meist um Wein. Es geht mir darum, das letzte Quäntchen Aroma aus den Weinen herauszukitzeln, einen Wein zu machen, mit dem ich zufrieden bin. Vor siebzehn Jahren bin ich nach Sachsen gekommen und habe zusammen mit meiner Frau das Weingut in Sörnewitz aufgebaut. Bisher habe ich diese Entscheidung keinen einzigen Tag bereut.

Notiert: Christiane Raatz.