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Riesa

Flutschutz-Pläne stoßen auf Widerstand

Zwischen Nünchritz und Grödel soll eine drei Kilometer lange Anlage gebaut werden. Dagegen gibt es aber 67 Einwendungen.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Nünchritz. Die Hochwasserschutzanlage zwischen Nünchritz und Grödel sorgt weiterhin für reichlich Diskussionsstoff. Nachdem die Landestalsperrenverwaltung (LTV), die bereits seit 2015 an der Planung des Vorhabens arbeitet, zuletzt eine erste Änderung ihrer Entwürfe öffentlich ausgelegt hatte, steht nun fest, dass die Pläne nicht überall auf Begeisterung gestoßen sind. Laut Ingolf Ulrich, Sprecher der für das Verfahren zuständigen Landesdirektion Sachsen, sind insgesamt 67 Einwendungen zu den Planunterlagen eingegangen.

Doch nicht überall, wo die Unterlagen ausgelegen hatten, wurden auch Einwendungen erhoben. So ging bei den Gemeinden Hirschstein und Diera-Zehren beispielsweise keine Kritik ein. Was aber nicht ausschließt, dass Einwendungen aus diesen Gemeinden direkt an die Landesdirektion gingen. Bei den Gemeinden Nünchritz und Zeithain sowie der Stadt Riesa kamen dagegen zahlreiche Einwendungen an.

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Laut Ingolf Ulrich beziehen sich 37 Einwendungen auf das linkselbische Ufer, also die der Hochwasserschutzanlage gegenüberliegende Seite. Die anderen 30 Einwendungen seien auf die rechtselbische Seite und damit auf das Ufer, an dem die Hochwasserschutzanlage entstehen soll, zurückzuführen.

Baustart weiterhin unklar

Die Zahl der eingegangenen Einwendungen sagt aber noch nichts darüber aus, wie viele unterschiedliche Kritikpunkte tatsächlich vorgebracht worden sind. Denn einerseits können sich Einwendungen unterschiedlicher Personen inhaltlich gleichen. Andererseits „wurden gleichlautende Einwendungen bei mehreren Stellen erhoben“, so Landesdirektions-Sprecher Ingolf Ulrich. Interessant ist zudem, dass ein Großteil der Einwender bereits 2015 im ersten Anhörungsverfahren zur Planung der Hochwasserschutzanlage Einwendungen erhoben hat.

Wann und ob es zu einem Bau der rund drei Kilometer langen Anlage zwischen Nünchritz und Grödel kommt, ist derzeit noch unklar. Momentan werden die eingegangenen Einwendungen von der Landesdirektion aufbereitet und anschließend der Landestalsperrenverwaltung zur Stellungnahme übergeben. Diese muss die Einwendungen als Trägerin des Vorhabens bearbeiten. „Sobald die Landestalsperrenverwaltung Stellung genommen hat, wird der Erörterungstermin anberaumt“, sagt Landesdirektions-Sprecher Ingolf Ulrich. Bei diesem Termin wird dann versucht, die Kritikpunkte gemeinsam auszuräumen.