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Radeberg

Fördergeld für Seifersdorfer Schloss

Wachau bekommt von Bund und Land insgesamt eine halbe Million Euro. Das reicht aber bei weitem nicht aus.

Dank der nun bewilligten Fördergelder für das Seifersdorfer Schloss kann mit der Sanierung des Daches begonnen werden.
Dank der nun bewilligten Fördergelder für das Seifersdorfer Schloss kann mit der Sanierung des Daches begonnen werden. © Steffen Unger

Wachau. Auf diese Nachricht hat man in der Gemeinde Wachau gewartet. Am Mittwoch hat der Haushaltsausschuss des Bundestages Fördermittel in Höhe von 250.000 Euro für das Seifersdorfer Schloss bewilligt. Zusammen mit bereits bewilligten Geldern des Freistaates steht der Gemeinde damit eine halbe Million Euro zur Verfügung, um mit der Sanierung des Schlossdaches beginnen zu können.

„Das ist ein schönes Geburtstagsgeschenk, auch wenn ich das Geld nicht bekomme“, freut sich Wachaus Bürgermeister Veit Künzelmann am Donnerstag. Allerdings wird die Freude durch den Umstand getrübt, dass man in der Gemeinde eigentlich auf eine noch höhere Fördersumme gehofft hatte. „Wir haben 280.000 Euro beantragt“, bestätigt Künzelmann. Durch den gesunkenen Anteil des Bundes steigt nun der Eigenanteil, den Wachau selbst finanzieren muss.

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Finanzierungslücke von 30.000 Euro

Bisher ist man diesbezüglich von 80.000 Euro ausgegangen. Dieser Betrag ist auch in den Haushalt der Gemeinde eingeplant, der in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 15. Mai beschlossen werden soll. Nun klafft in der Finanzierung jedoch eine Lücke von 30.000 Euro. Wie diese geschlossen werden soll, ist noch unklar. Weil die Gemeinde ihren Haushalt konsolidieren und deshalb jeden Euro zweimal umdrehen muss, sind die Eigenmittel schon jetzt eine Herausforderung. Wie Wachaus Bauamtsleiterin Ines Heinze erklärt, werde man zunächst den Fördermittelbescheid vom Landesdenkmalamt abwarten. Dann müsse geklärt werden, wie die Finanzlücke gestopft werden kann. Die Hoffnung ist, dass der Freistaat, der das Projekt kofinanziert, seinen Anteil erhöht. Diese Kofinanzierung war die Voraussetzung dafür, dass die Förderung aus dem Denkmalschutz-Programm des Bundes überhaupt beantragt werden konnte.

Finanzielle Hilfe erhält die Gemeinde auch vom Förderverein Seifersdorfer Schloss. Dessen Mitglieder haben in den vergangenen Monaten bereits Spenden für die Dachsanierung gesammelt. Dabei sei bisher ein vierstelliger Betrag zusammengekommen, sagt die Vereinsvorsitzende Ulrike Hantsche. Dieser soll nun zeitnah der Gemeinde übergeben werden. „Wir freuen uns als Verein riesig über die Förderung. Es ist aber wichtig, dass wir weitersammeln, um den Eigenanteil der Gemeinde zu reduzieren“, sagt sie. Bis der Bescheid des Landesdenkmalamtes kommt, sei das möglich. Derzeit stünden auch noch weitere Anfragen aus. Schon jetzt seien die Spenden ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, mit dem versucht werde, der Gemeinde zu helfen.

Jeder gespendete Euro wird gebraucht

Die braucht für das Seifersdorfer Schloss jeden gespendeten Euro und auch noch weitere Fördergelder. Neben dem Befall der Dachbalken mit Hausschwamm gebe es außerdem noch technische Mängel an der Tragkonstruktion sowie den Aufmauerungen und Zinnen, erklärt Heinze. Die Sanierung des gesamten Daches werde deshalb schätzungsweise fast 1,6 Millionen Euro kosten, sagt die Bauamtsleiterin. Weil das für die Gemeinde nicht zu schaffen sei, habe man das Vorhaben in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Mit den nun bewilligten Geldern kann lediglich der erste Bauabschnitt finanziert werden, der den nördlichen Teil des Gebäudes umfasst. 

„Wir fangen an einer Stelle an, wo die Schäden am prekärsten sind“, erklärt Heinze. Wenn diese beseitigt seien, könnten nach Angaben des Bürgermeisters die Gerüste und Sicherungen im Hof entfernt und das Schloss wieder genutzt werden. Die weitere Sanierung des Daches ist derzeit aber noch nicht abgesichert. Dafür wolle man versuchen, weitere Förderprogramme anzuzapfen, sagt Heinze. Das Problem werde dabei jedoch die Eigenmittel sein, die von der Gemeinde aufgebracht werden müssen. Diese könne Wachau nicht stemmen.

Die Gemeinde habe sich jedoch zum Schloss und dessen Erhalt bekannt, so Künzelmann. Es solle weiterhin deren Aushängeschild bleiben und für Veranstaltungen genutzt werden. Ein Nutzungskonzept, das über sporadische Veranstaltungen hinausgeht, gibt es für das Schloss bisher aber noch nicht.

Für Besucher ist das Schloss das nächste Mal am 2. Juni von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. An diesem Tag werden auch Führungen angeboten. Im Saal gibt es zudem Kaffee und Kuchen.